Crunning: die Wunderwaffe aus Australien?!

Das große Krabbeln ist los – zumindest in Down Under, wo Crunning der Fitnesstrend schlechthin ist. Wir berichten, was hinter dem zugegeben etwas lustig aussehenden Sport steckt und was Du damit erreichen kannst.

Ursprünge und Vorteile des Crunning

Der Name dieser noch recht neuen Sportart setzt sich aus den englischen Wörtern Crawl und Running zusammen, vereint also Laufen und Krabbeln. Als Erfinder und auch Trendsetter des Crunnen gilt der Australier Shaun McCarthy. Er soll den Hype bei dem Versuch ausgelöst haben, eine noch effektivere Trainingsmöglichkeit als die morgendliche Joggingrunde zu finden. Statt zu hüpfen wie die landestypischen Säugetiere, krabbelte er also wie die Käfer. Was es ihm brachte? Rundum-Fitness! Dadurch, dass der ganze Körper involviert ist, kannst Du fast 600 Kalorien pro halbe Stunde verbrennen. Somit ist Crunning um einiges effektiver als Joggen. Klar, denn nicht nur Deine Beine, sondern auch Schultern und Arme werden in die Fortbewegung mit einbezogen und somit wird sie zum Full-Body-Training. Auch für den Muskelaufbau sieht es gut aus: Brustkorb, Delta-Muskeln, Trizeps, der obere Rückenbereich sowie Oberschenkel und Po werden bei Crunnern gleichzeitig gefordert. Um diese ganzen Muskelgruppen zu trainieren, wären im Fitnessstudio allerlei verschiedene Geräte nötig.
Übrigens beanspruchen neben US-Chiropraktiker Justin Klein auch die Chinesen die Erfindung dieses Trends für sich – nur dass es für sie eher so etwas wie ein alter Hut ist, denn angeblich gibt es diesen Sport dort schon seit mehr als 2000 Jahren. So sollen die Shaolin-Mönche das Erkrabbeln von Treppen bereits als Trainingsmethode eingesetzt haben. Den Weltrekord im Laufen auf allen Vieren auf 100 Metern hält allerdings der Japaner Kenichi Ito mit 15.71 Sekunden.

 

Er lief die Strecke im November 2015 und trainiert seine Disziplin bereits seit dem Anfang der 2000er-Jahre. Nichtsdestotrotz gründete Shaun McCarthy mit seinen Freunden den weltweit ersten Crunning-Verein in Melbourne. Seitdem crunnt die Gruppe dort als Ausgleich zum Büroalltag durch die Stadt und zieht dabei einige irritierte Blicke auf sich. Die Jungs nehmen es mit Humor und posten stolz Videos ihres Crunning Movements.

Wie Du Crunning richtig ausführst

Die Grundidee hinter Crunning ist, dass Arme und Hände die Vorwärtsbewegung aktiv mitbestimmen und nicht einfach nur mitgehen. Damit Dein Rücken keinen Schaden beim Crunnen nimmt, ist die korrekte Haltung sehr wichtig. Deine Beine sollten gut angewinkelt sein, Kopf und Po befinden sich auf etwa gleicher Höhe. Dein Gewicht muss zudem wirklich gut auf Arme und Beine verteilt sein. Niemals solltest Du mit gestreckten Beinen loskrabbeln. Bitte führe außerdem immer ein Warm-up durch, bevor Du Dich auf alle Viere begibst. Wie das Ganze in Slow Motion aussieht, kannst Du bei YouTube sehen und Dich für den Anfang daran orientieren. Das spätere Ziel beim Crunning ist es allerdings, so schnell wie möglich von A nach B zu kommen – also Speed-Krabbeln für Erwachsene!
Willst Du in diesen anspruchsvollen Sport einsteigen, solltest Du Dich langsam einstimmen und nicht zu schnell zu viel versuchen. Dein Körper braucht Zeit, um sich auf die ungewohnte Bewegung einzulassen und Du solltest Deine Muskulatur nicht gleich überlasten. Darum sind ausreichende Pausen auch hier sehr wichtig. Richtig gemacht reichen schon 15 Minuten tägliches Crunnen für einen Knackpo und straffere Oberschenkel aus. Na dann los!

Voraussetzung und Equipment für Crunning

Wie bereits erwähnt, ist die korrekte Haltung beziehungsweise Bewegungsausführung beim Crunnen extrem wichtig. Hältst Du Dich nicht daran, drohen Rückenschmerzen, Probleme mit den Bandscheiben und Stürze. Gerade Anfänger tendieren dazu, sich zu Überschlagen, wenn sie versuchen, schneller zu werden. Außerdem werden durch das permanente Hochhalten des Kopfs, um zu sehen, wo es langgeht, die oberen Halswirbel stark strapaziert. Hast Du Schmerzen, gönne Dir also eine Pause und mach’ Dich locker. Verspannungen helfen Dir nicht, fitter zu werden und können weitere Schmerzen nach sich ziehen.
Da Crunning ein Outdoor-Sport ist, sind Handschuhe angeraten, um die Handflächen und Finger zu schützen. Auch ein Helm ist zu empfehlen, denn wenn der Nacken schmerzt und Du den Kopf nicht rechtzeitig hebst, um ein Hindernis auszumachen, bist Du mit diesem Schutz eindeutig besser dran. Gerade Anfängern raten wir immer zu einem Helm, schon allein wegen der Überschlagsgefahr. Kleidungstechnisch setzt Du am besten auf ein eng anliegendes Oberteil, da es Dir sonst aufgrund der gebeugten Haltung schnell in die Quere kommt. Kurze Shorts oder anliegende Leggins beziehungsweise Trainingshosen vervollständigen das Outfit. Spezielle Schuhe benötigst Du nicht, Outdoor-Laufschuhe sind absolut ausreichend.
Last but not least soll Crunning auch einfach Spaß machen. Wenn Du Dich also nicht wohlfühlst, auf so auffällige Art und Weise durch die Stadt zu „marschieren“, dann probiere es vielleicht erst mal im eigenen Garten oder im Wohnzimmer. Eine schöne Alternative – vor allem für Anfänger – ist das Crunnen am Strand. Das kannst Du prima barfuß machen und wenn Du Dich doch einmal überschlägst, federt der Sand den Sturz ab. Auf Instagram und YouTube findest Du eine Reihe von Bildern und Videos, wenn Du nicht nur Crunning eingibst, sondern auch nach dem Schlagwort Animal Flow suchst. Das Fitnessprogramm sieht Crunnen als ein Element von vielen, an die Tierwelt angelehnten Bewegungsabläufen zur Verbesserung der Fitness.
Hast Du den Bogen erst mal raus und siehst die Vorteile von Crunning sichtbar an Deinem Body, übst Du Deinen Sport vielleicht auch in der Öffentlichkeit aus. In einigen deutschen Großstädten gibt es begeisterte Crunning-Anhänger, zum Beispiel in München. Allem zum Trotz bleibt Crunning ein sehr effektives Workout, mit dem Du in kürzester Zeit viele Kalorien verbrennen, Deine Ausdauer verbessern und Muskeln aufbauen kannst! Wer‘s akrobatischer, stylischer und statischer mag, für den gibt es Animal Flow beziehungsweise die deutsche Variante Animal Athletics von Fabian Allmacher. Dahinter steckt ein Bodyweight-Training, das an die natürliche Bewegungsintelligenz appelliert.

Wir geben zu, wir könnten uns stundenlang Crunning-Videos anschauen, denn es sieht einfach viel zu lustig aus. Vor allem der selbsternannte Crun-Master Shaun macht mit seiner sympathischen Begeisterung fürs Crunnen einfach Lust drauf, das hocheffiziente Krabbeln auszuprobieren – mit der richtigen Gruppe und einer gesunden Portion Selbstbewusstsein vielleicht sogar im Stadtpark!

2 Antworten auf „Crunning: die Wunderwaffe aus Australien?!“

  1. *lach* was es nicht alles gubt.. ich habe bisher wirklich noch nie von Crunning gehört 🙂

    Eine Bitte, bei den Kommentarfeldern wird, zumindest bei mir unter Safari auf einem MacBookPro, bei den Kommentarfeldern nicht angezeigt, welches Feld wofür gedacht ist.

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