Der Wille zum Sieg: Was Kraftsportler und Bodybuilder von Tennisstars lernen können

Sie werden vergöttert, treten in Musikvideos auf und auf Charity-Galas, und ihre Gesichter sind wohl die bekanntesten unter den Sportlern: Tennisstars genießen überall auf der Welt einen ganz besonderen Ruf, eine Mischung aus Bewunderung, Fantum und Leidenschaft.

Warum gerade die Sportler des Tennis so bewundert werden, ist dabei nur so lange ein Rätsel, bis man sich mit der Sportart selbst beschäftigt. Deshalb möchte ich heute nicht um das Thema Muskelaufbau, sondern um die Sportart Tennis berichten und zeigen, warum auch Bodybuilder und Hobbysportler noch etwas von echten Tennisstars lernen können.

Anspruchsvoll und unvorhersehbar

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Bei einem Spiel von Anna Kurnikova hielt ein Fan mal ein Schild in eine Kamera, auf dem stand: Und am siebten Tag schuf Gott Anna. Über den wohl weltbesten heutigen Tennisstar, Roger Federer, werden ständig neue Bücher geschrieben, international bekannte Autoren nehmen sich seiner Person an. Tennisstars scheinen eine ganz besondere Faszination auszustrahlen – sowohl auf Fans des Sports als auch auf die restliche Bevölkerung. Und der Grund liegt innerhalb des Sportes:

Denn um im Tennis erfolgreich zu sein, bedarf es einer ganz besonderen Persönlichkeit, die eigentlich sämtliche guten Eigenschaften dieser Welt in sich vereinen muss.

Der berühmte amerikanische Schriftsteller David Foster Wallace schrieb in the string theory, dem wohl besten Essay über Tennis, der je geschrieben wurde: Tennis ist der schönste Sport, den es gibt, und auch der herausforderndste. Er benötigt Kontrolle über den Körper, Hand-Augen-Koordination, Schnelligkeit, Ausdauer und eine spezielle Mischung aus Aufmerksamkeit und Verzicht, die man Mut nennt. Und genau diese letzte Komponente ist es, die Tennis-Stars zu Mysterien macht.

Ich habe bereits in einem früheren Artikel über ein gezieltes Kraft- und Muskeltraining für das Tennisspiel geschrieben und gezeigt, wie man seine Leistung somit verbessern kann. Doch Tennis ist vor allem eines: ein unvorhersehbarer Sport. Um gut Tennis zu spielen, muss man das Risiko des Lebens akzeptieren und bereit sein, es zu tragen – eine Fähigkeit, die zeigt, dass man ganz viel von der Welt verstanden hat und bereit ist, sie zu beherrschen.

Tennis: Teamsport oder für Einzelkämpfer?

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Foster Wallace schrieb auch eine Biografie über den Tennis-Profi Roger Federer, in der er behauptet, Federer zuzuschauen käme einem religiösen Erlebnis gleich. Und tatsächlich scheinen die Sportler auf dem Platz die pure Konzentration zu erleben – für sie existiert in diesem Moment nur der Schläger, der Ball, das Netz, der Gegner. In dieser abgeschlossenen Welt sind sie auf sich allein gestellt, trotzen ganz alleine einem Gegner, den sie nicht einschätzen können. Dieser Individualismus fasziniert – Tennisbegeisterte und alle Bewunderer mutiger Menschen.

Und dennoch ist Tennis ein Teamsport: Wie Tenniscoach Kevin Schwinniger in einem Interview auf der Seite des Tennisausstatters www.keller-sports.de beschreibt, lauert bei jedem Match im Hinterkopf das Team, mit dem man antritt. Zu jeder Sekunde ist sich der Player bewusst, dass er nicht nur für sich selbst spielt, sondern sein Sieg oder seine Niederlage den ganzen Verein beeinflusst.

Und auch das strahlt auf die Faszination an den Spielern aus: Ein Tennisprofi muss Verantwortung tragen können, nicht nur für sich selbst, sondern auch die des Vereins. Tennisspieler sind immer gleichzeitig Einzelkämpfer und Teamplayer und geben damit alles in allen Bereichen.

Ein besonderer Sport

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Das Spiel hat sogar eine faszinierende Geschichte: Der Sport, der früher nur der Upper Class vorbehalten war, ist heute ein Zeichen für Gleichberechtigung und Gleichheit. Denn heute können Menschen aus allen Schichten Tennisprofis werden; und für Frauen und Männer, die gemeinsam Tennis spielen, gibt es sogar eine feste Sparte mit festen Regeln, das Mixed. Frauen spielten übrigens schon beeindruckend früh professionell Tennis – eine Domäne, in die die Gleichberechtigung also sehr früh Einzug gehalten hat.

Der Schriftsteller David Foster Wallace hat selbst als Jugendlicher Tennis gespielt und weiß also, wovon er spricht, wenn er schreibt: Es gibt eine große Traurigkeit, wenn man selbst spielt und Profispielern in einem Turnier zuschaut. Denn man weiß genau, dass zu einem wahren Profi im Tennis mehr gehört als Talent und Übung. Etwas mehr, das man nicht beschreiben kann. Wahrscheinlich ist es genau dieses mystische Etwas, dass Menschen wie Roger Federer oder Anna Kurnikova letztlich zu Stars macht.

Die Traurigkeit sollte man jedoch schnellstmöglich abschütteln, um selbst auf den Platz zu gehen und das Tennisspielen auszuprobieren – denn dann erst kann man die Leistung dieser vergötterten Stars so richtig wertschätzen.

Hast Du selbst auch schon Tennis gespielt? Ich freue mich auf dein Kommentar!

Viel Spaß und Erfolg im Training!

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