Unterschiedliche Zielsetzung bei Ausdauersport (Cardiotraining) und Kraftsport mit Gewichten

Vielerorts wird geschrieben, und es scheint auch die allgemein verbreitete Meinung zu sein, dass Ausdauersport wie Joggen oder Radfahren sehr gut für die Gesundheit sei, im Gegensatz zum Training mit Gewichten im Fitnesscenter. Einige Experten bestätigen dies, wegen der positiven Wirkungen auf Herz und Kreislauf und wegen der scheinbar geringeren Verletzungsgefahr.

Ich habe bereits eine 4-teilige Artikelserie zum Thema Joggen und Laufen veröffentlicht, die es vor allem Einsteigern erleichtern soll, mit dem Joggen zu beginnen.

In diesem Beitrag möchte ich die Unterschiede zwischen Ausdauersport (Cardio) und Kraftsport genauer erläutern und die daraus resultierenden Auswirkungen auf den Körper beleuchten. Was ist besser für unsere Gesundheit?

Widmen wir uns zunächst der Aussage, Ausdauersport seit gesünder fürs Herz. Im Ausdauersport wird ja unterschieden zwischen kontinuierlicher Belastung (wie zum Beispiel während eines Marathonlaufes) und Intervalltraining.

Beim Intervalltraining wird mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten trainiert: schnellere Sprints wechseln sich ab mit langsamen Joggen. Der Puls wird während den schnellen Passagen in die Höhe getrieben und kann sich beim langsamen Joggen wieder erholen. Es gibt diverse Studien, die belegen, dass diese Form des Trainings gesünder fürs Herz und Kreislauf ist, als herkömmliches Ausdauertraining. Mehr noch, mit dieser Trainingsform wird auch Körperfett effektiver abgebaut, als bei herkömmlichen Ausdauertraining.

Auch das Training im Fitnesscenter ist eine Form von Intervallstraining. Wenn es richtig betrieben wird, wird der Puls während den Belastungsphasen stark in die Höhe getrieben und kann sich zwischen den Supersätzen wieder erholen. Dem Herz ist der ja egal, ob der Puls durch Joggen, Fahrradfahren oder Fitnesstraining im Fitnesscenter in die Höhe getrieben wird.

Die Verletzungsgefahr bei Cardiotraining und Kraftsport

Eine weitere Aussage ist, dass die Verletzungsgefahr bei Ausdauersportarten klein ist. Dies scheint sich auch mit Statistiken belegen zu lassen. Wichtig ist auch hier die Unterscheidung:

Sportverletzungen können entweder akut oder chronisch sein.

Bei den akuten Sportverletzungen sind Sportarten wie Fußball, Handball und Basketball in den Top-Ten. Chronische Sportverletzungen finden leider selten Eingang in die Statistiken, man schätzt die Zahl der chronischen Sportverletzungen auf das Doppelte der akuten. Chronische Gelenk- und Rückenbeschwerden gehören zu den häufigsten Verletzungen bei Joggern. Bei 80 Kilo Körpergewicht muss jeder Fuß eines Läufers pro Kilometer 147’200 Kilogramm abfedern. Über Jahre hinterlässt dies Spuren.

Wenn man älter wird, verlieren die Knochen an Dichte und die Wahrscheinlichkeit sich etwas zu brechen, wenn man stützt, steigt. Bis zu einem gewissen Grad ist dies ganz normal, ab einem gewissen Grad ist dieser Verlust an Knochendichte krankhaft und wird Osteoporose genannt. Um diesem Knochenschwund entgegenzuwirken scheint ein Mittel sehr effektiv zu wirken: Sport.

Sowie die Muskeln unter dem Einfluss von Training wachsen, so werden die Knochen dichter und verlieren weniger schnell an Dichte. Beim Jogging ist das, auf Grund der Belastung, vor allem in der unteren Körperhälfte zu beobachten. Im Fitnesscenter dagegen wird (… oder sollte) der gesamte Körper trainiert.

Was ist nun besser zur Gesundheit: Ausdauer Sport oder Kraftsport?

Man sollte immer vorsichtig sein, mit derart absoluten Aussagen. Die wichtigste Aussage ist sicher: Sport ist gesünder als kein Sport und Sport sollte regelmäßig betrieben werden. Aus diesem Grund ist wichtig einen Sport zu finden, der einem auch Spaß macht und diesen regelmäßig betreibt. Egal ob Ausdauersport oder Kraftsport. Falls man sich für eine Ausdauersportart entscheidet, wäre der Besuch eines Fitnesscenters ein sinnvoller Ausgleich. Entscheidet man sich, regelmäßig ins Fitnesscenter zu gehen, sollte man das Training so betreiben, dass der Ausdauer-Aspekt nicht zu kurz kommt (z. B. durch Supersätze) oder sonst Intervall-Training als Ergänzung betreiben.

Viel Spaß und Erfolg beim Training!

7 Antworten auf „Unterschiedliche Zielsetzung bei Ausdauersport (Cardiotraining) und Kraftsport mit Gewichten“

  1. Danke für die Wiederholung der so oft gehörten,naiven und zu kurz gefassten Fragestellung gleich in Deiner Überschrift: „Besser oder Schlechter“ !. Eine meiner Kernaussagen ist seit vielen Jahren: es gibt beim Training kaum besser oder schlechter- es gibt nur anders! Jede Trainingsform hat ihren Sinn und Zweck. Wichtig ist doch nur, dass Training umfassend ist und man mit dem Training allen angestrebten Zielen inhaltlich Rechnung trägt. Kraft ist gut für die Gesundheit klar, aber Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination deshalb nicht ungesund. Man braucht alles um komplette Fitness zu erzielen!!

  2. Hallo Robert,

    natürlich freue ich mich über jeden Kommentar, ob nun positiv oder negativ.

    Wie du richtig erkannt hat ist gibt es kein besser oder schlechter. Dennoch ist die Überschrift ja gewollt so gewählt worden…

    Was nun besser bzw. schlechter ist (oder gesund bzw. ungesund)… Man sollte immer vorsichtig sein, mit derart absoluten Aussagen. Die wichtigste Aussage ist sicher: Sport ist gesünder als kein Sport und Sport sollte regelmäßig betrieben werden.

    Dies ist auch die Kernaussage dieses Blogposts. Und wenn du meine anderen Artikeln hier im Blog liest, wirst du feststellen, das ich ebenfalls die Aussage vertrete, das Cardo und Ausdauereinheiten sehr wichtig für eine komplette Fitness sind.

    Viele Grüße

  3. Ich habe vor zwei Monaten wieder mit Training angefangen.
    Ich war auch erstmal verblüfft, als ich bei der Einweisung zuallererst auf eine „Beinmaschine“ gesetzt wurde. (Häää zum Abnehmen?)

    Inzwischen ist es mir auch dank anderer Artikel klar geworden. Die Beinmuskeln als größte Muskeln verbrauchen natürlich auch den meisten Brennstoff. Je mehr verbraucht wird, desto schneller kann man abnehmen.
    Dass bei dabei Wachstumshormone freigesetzt werden, die auch allen anderen Muskeln zum Aufbau dienen war mir aber noch nicht klar.
    LOL, die nächsten Male werde ich mit größter Begeisterung in die „Beinmaschinen“ klettern!

    1. Hallo Christian,

      das ist absolut richtig. Wie ich in dem Artikel „“ auch beschrieben habe, ist die Beinmuskulatur die größte Muskulaturgruppe im Körper.

      Wer beispielsweise einen Waschbrettbauch trainieren will, der wird es allein mit Crunches und Sit-Ups nicht schaffen, ein Sixpack aufzubauen. Nur durch Beanspruchung verschiedener Muskelgruppen ist es möglich Muskeln aufzubauen. Der Bizepts ist im Vergleich nur ein kleiner Muskeln. Folglich wird er auch nur geringe Mengen an Wachstumshormonen ausschütten. Die Beinmuskulatur dagegen ist die größte Muskulatur und schüttet daher auch viele Wachstumshormone aus, von denen nicht nur die Oberschenkel und die Waden, sondern auch alle anderen Muskeln profitieren und wachsen.

      Ich wünsche dir viel Spaß bei deinen nächsten Beinübungen 🙂

      Viele Grüße

  4. Hallo erstmal, habe da mal ne Frage, undzwar:

    Ich bin 1,78m groß und wiege derzeit so 81-82kg, hab einen kleinen Bauch und was noch schlimmer ist Brustansatz, nun wollte ich fragen was effektiver ist zum abnehmen (Ernährung ist soweit i.o.) das Radfahren oder laufen (hier hab ich doch eher angst vor knieschmerzen, weil ich probleme mit dem linken Knie habe) ?

  5. Hallo Pete,

    mein persönliches Training für das Herz-Kreislauf-System und zur Fettverbrennung ist Joggen. Durch das Laufen wird man immer mehr Kalorien verbrennen als beim Radfahren.

    Doch wenn du Probleme mit deinem Knie hast, musst du selbst einschätzen was für dich machbar ist und ggf. deinen Arzt fragen.

    Inspiriert von deiner Frage habe ich eben einen Artikel über Radfahren und Joggen geschrieben, der dir vieleicht auch weiterhelfen könnte.

    Den Artikel findest du hier:

    Radfahren oder Joggen? Was ist besser für die Fettverbrennung und die Ausdauer?

    Viele Grüße

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