Joggen bei Wind und Wetter: die ideale Kleidung und das richtige Warm-up

„April, April, der macht was er will!“ – so lautet eine der bekanntesten Bauernregeln. Und auch bis in den Sommer hinein sind wir in Deutschland oft mit wechselhaftem Wetter geschlagen. Das soll aber kein Grund sein, die Fitness zu vernachlässigen!

Häufige Fehler beim Joggen

Jogging gehört zu den beliebtesten Ausdauersportarten. Etwa 10 Millionen Menschen laufen in Deutschland regelmäßig auf Stadt-, Land- und Flurstrecken. Die Gründe dafür liegen klar auf der Hand: Joggen stärkt Herz und Kreislauf, hält schlank und fit. Weil es eine Outdoor-Sportart ist, tankst Du während des Trainings viel Sauerstoff für Deine Zellen. Außerdem gilt Joggen als eine unkomplizierte Sportart ohne teures Equipment. Gerade deshalb wird Jogging allerdings auch oft unterschätzt. Besonders Anfänger machen häufig Fehler, die den Erfolg beim Lauftraining schmälern oder die Motivation schnell abflauen lässt. Auch das Verletzungsrisiko kann so erheblich steigen.
Die gängigsten Jogging-Fails sind:

  • Joggen ohne Medizin-Check
  • Zu schnell, zu weit, zu viel
  • Kein individuelles Training
  • Nicht genug Flüssigkeit
  • Laufen mit der falschen Kleidung
  • Kaltstart ohne Warm-up

Wenn Du unter 35 bist, kein Übergewicht hast und regelmäßig Sport treibst, kannst Du ohne Bedenken mit dem Laufen beginnen. Menschen, die selten bis gar nicht körperlich aktiv sind, sollten sich sicherheitshalber vor dem ersten Lauf von einem Arzt untersuchen lassen. Vor allem wenn Du Dir als Hobby-Läufer große Ziele wie einen Marathon gesteckt hast, ist dieser Check Pflicht!

Schneller ist immer besser? Falsch gedacht! Ein lockeres Lauftempo, bei dem Du Dich noch ohne Probleme unterhalten könntest, ist viel effektiver, als einfach so schnell wie möglich loszurennen. Wenn Du zu schnell unterwegs bist, verbrennst Du nämlich Kohlenhydrate statt Fett. Auch gesundheitliche Vorteile des Laufens wie Blutdrucksenkung, Immunstärkung und Regulierung der Cholesterinwerte sind dahin. Wenn Du also auf Nummer Sicher gehen willst, besorge Dir eine Pulsuhr und kontrolliere genau, wann Du über Deine Belastungsgrenze gehst. Nach und nach wirst Du merken, wie Deine Belastungsgrenze steigt. Dies erreichst Du aber nicht, indem Du Dich ab und zu total verausgabst und viel weiter läufst, als Dir gut tut, sondern durch Regelmäßigkeit. Also: Lieber dreimal die Woche eine kleine Strecke als alle zwei Wochen eine lange! Ein bisschen Regen darf sowieso keine Ausrede sein, denn wie willst Du sonst über das Jahr regelmäßig draußen trainieren?
Aus den zwei genannten Fehlern oben ergibt sich ganz einfach auch der dritte: Du gönnst Dir kein individuelles Training, dass auf Deinen Fitness- und Gesundheitszustand abgestimmt ist und lässt Dich vielleicht durch falschen Ehrgeiz dazu bringen, es zu übertreiben. Häufig geschieht das, wenn man als Anfänger mit einer Gruppe mithalten will, die schon länger läuft. Wenn Du wirklich langfristig Erfolg und Spaß beim Laufen haben willst, musst Du aber Dein eigenes Tempo bestimmen!
Höre außerdem immer auf Deinen Körper und achte auf eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung. Eine Dehydrierung hat nämlich Einfluss auf Deine Leistungsfähigkeit und natürlich auch Deine Gesundheit.

Die richtige Kleidung fürs Joggen

Das Allerwichtigste zuerst: die Schuhe! Egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schnee, beim Joggen ist das Schuhwerk ausschlaggebend. Dementsprechend viel Zeit solltest Du Dir beim Schuhkauf lassen, um wirklich das für Dich perfekte Paar zu finden.
Relevante Kriterien bei der Suche sind u.a.:

  • Sohle
  • Material
  • Einsatz
  • Gewicht

Die Deutsche Sporthochschule Köln empfiehlt zudem, Laufschuhe etwa nach 600 Kilometern auszumustern. Idealerweise hast Du mehrere Exemplare zum Wechseln, damit sich das Dämpfungsmaterial bis zum nächsten Einsatz wieder erholen kann. Speziell in der regenreichen Zeit empfehlen wir Dir statt normaler Laufschuhe mal sogenannte Trailschuhe auszuprobieren. Diese sind wasserabweisend und haben eine griffigere Sohle. Wenn Du nicht gerade durch tiefe Pfützen und Schlamm läufst, können aber auch wasserdichte Socken-Überzüge für Deine normalen Laufschuhe reichen.
Neben den Schuhen gibt es eine große Auswahl an Funktionskleidung, die Dir bei Wind und Wetter das Joggen erleichtern kann. Egal ob Du auf die allerneuste Markenware oder Deine altbewährten Laufklamotten setzt: Experten empfehlen bei schlechterer Witterung den Zwiebellook. So bist Du flexibel, wenn sich der Körper durch die Anstrengung erwärmt, aber trotzdem gut geschützt bei zum Beispiel einem plötzlichen Schauer. Eine leichte, wind- und wasserabweisende Regenjacke hilft, Feuchtigkeit von außen abperlen zu lassen und die Temperatur konstant zu halten. Damit der Schweiß trotzdem nach außen gelangen kann, bietet sich dünne Funktionswäsche darunter an. Gegen das Auskühlen durch Wind am Kopf schützt ein Stirnband oder eine dünne Mütze aus Funktionsmaterial. Um auch bei schlechterer Sicht gut im Straßenverkehr erkennbar zu bleiben, empfehlen wir Klettbänder mit Reflektoren. Sie stören beim Laufen nicht und können Leben retten.

Gerne unterschätzt: das Warm-up vor dem Laufen

Last but not least: Verzichte niemals auf das Warm-up! Hier gilt die Regel: Je kühler und feuchter es draußen ist, desto ausgedehnter sollte Deine Aufwärmphase sein. Ist sie zu kurz, drohen Zerrungen und Muskelverspannungen. Durch das Aufwärmen werden Dein Organismus und Deine Muskulatur auf die bevorstehende Belastung durch das Lauftraining vorbereitet. Der Blutfluss wird angekurbelt und Dein Körper kommt sozusagen auf Betriebstemperatur. Du kannst zum Aufwärmen auch einfach schnell gehen oder langsamer als Dein normales Tempo laufen. Nach 10 bis 15 Minuten wechselst Du dann in Deine Jogginggeschwindigkeit. Dehnübungen kannst Du später absolvieren. Ein separates, dynamisches Warm-up hat aber den Vorteil, dass Du Deine Oberschenkelmuskulatur stärkst und die Achillessehne flexibler machst.
Dein Cool-down darf übrigens bei schlechtem Wetter kürzer sein. Hier ist es besser, schneller raus aus dem Regen zu kommen und den Körper nicht zu stark auszukühlen. Das Dehnen solltest Du nach Drinnen verlegen und dann raus aus den nassen Klamotten und rein in die heiße Dusche!

Regnet es draußen? Na dann schnapp‘ Dir Deine Laufschuhe und los geht’s. Dank unserer Tipps sollte ein bisschen Wasser Dich nun nicht mehr verschrecken. Und je fieser es draußen ist, umso stolzer und glücklicher wirst Du nach dem Training sein, dass Du Deinen inneren Schweinehund besiegt hast. Freu Dich also auf eine ordentliche Portion Glückshormone – viel Spaß!

Aerobic Revival: auf den Spuren von Jane Fonda

Aerobic ist zurück! Der Kultsport aus den 80ern feiert gerade sein Comeback. Wir zeigen Dir, warum dieses Workout so viel mehr ist als Neon-Body und Fönfrisur! Am Ende erkennst Du vielleicht, dass Aerobic nie wirklich out war …

Aerobic: Anfänge und Definition

Aerobic ist ein dynamisches Group-Workout, Du trainierst hier also eigentlich immer in der Gruppe. Das macht nicht nur viel Spaß, sondern hält auch die Motivation länger hoch. Ein weiterer motivierender Faktor ist die Musik, die zu einem Aerobic-Workout zwingend dazugehört, denn es handelt sich dabei um eine Mischung aus Tanz und klassischer Gymnastik. Während des Trainings werden hauptsächlich Deine Koordination und aerobe Ausdauer gefordert. Du versuchst zum Rhythmus der Musik der Choreografie zu folgen, die der ausgebildete Aerobic-Trainer vormacht.
Der Erfinder des Prinzips hinter Aerobic ist der US-Militär-Arzt Kenneth H. Cooper, der in den 60er Jahren als erster ein aerobes Training entwickelte, das Herz und Lungen stärken sollte. Der Grundstein für Gymnastikprogramme in Kombination mit Ausdauertraining war gelegt. Weltweit bekannt wurde Aerobic 1982 durch die US-Schauspielerin Jane Fonda, die Aerobic zu ihrem Fitnessprinzip erklärte und sehr erfolgreich vermarktete. Vor allem bei der jüngeren Zielgruppe war Fondas Aerobic-Videos so beliebt, dass die damals immerhin schon 45-Jährige zur absoluten Fitness-Queen avancierte. Man schätzt den Wert ihres Fitness-Imperiums auf über 600 Millionen Dollar.

Weiterentwicklung und Trainingsablauf

Ende der 80er Jahre brach die Begeisterung für Aerobic etwas ein, kritische Stimmen brachten die schädliche Seite des beliebten Workouts auf. Ein Problem war, dass man damals sehr viele Ballettelemente integrierte, die für untrainierte Menschen wenig geeignet waren. Modernes Aerobic-Training ab den 90er Jahren legte den Fokus mehr auf sportwissenschaftliche und medizinische Aspekte. Es wurde außerdem auf eine gelenkschonende Ausführung geachtet. Models wie Cindy Crawford und Claudia Schiffer pushten diese neue Form, gerade in Europa etablierte sich aber auch eine ausgeprägte Aerobic-Szene, die viel für die Weiterentwicklung der Sportart bewirkte.
Seit 1995 ist Aerobic internationale Wettkampfdisziplin. Jedes Jahr treten Fitnesssportler aus aller Welt bei der EnBW-Aerobic-WM an, um sich zu messen. Wettkampf-Aerobic wird in den Kategorien Trio, Paar und Einzelstarter ausgeführt. Es geht dabei vor allem um die Fähigkeit, ohne Unterbrechungen hochintensive und komplexe Choreographien zu zeigen, die vom klassischen Aerobic Dance abstammen. Bewertet werden Originalität und Kreativität der Schritte zur Musik, Struktur, Bewegungsmuster und Schwierigkeitsgrad der Elemente. Mehr Infos zu Aerobic als Wettkampfdisziplin findest Du beim Deutschen Turner-Bund.
Nicht nur in der Modewelt ist derzeit ein deutlicher Eighties-Trend zu erkennen, auch Aerobic ist wieder zurück in den Fitnessstudios und Online-Trainingsdatenbanken. Trainiert wird aber nicht mehr in engen Bodys, Neonstulpen und Stirnbändern – Glück gehabt! Eigentlich ist es überhaupt nicht verwunderlich, dass Aerobic wieder da ist, ist es doch ein dynamisches und enorm vielseitiges Fitnesstraining!
Eine klassische Aerobic-Stunde besteht aus Warm-up, einem Cardio-Teil, um die Fettverbrennung anzukurbeln und das Herz-Kreislauf-System zu trainieren, sowie zwei Cooldown-Phasen zum Herunterfahren, Nachdehnen und Entspannen. Man unterscheidet außerdem zwischen 3 verschiedenen Belastungsvarianten, und zwar:

  • Low-Impact
  • Mixed-Impact
  • High-Impact

Allen Belastungsformen gemein ist, dass Du Deinen Fuß stets vollständig abrollen solltest und er vollständigen Bodenkontakt haben muss, wenn er abgesetzt wird. Low-Impact steht für eine geringe Belastung. Diese sanfte Aerobic-Form, bei der immer mindestens ein Fuß Bodenkontakt behält, eignet sich besonders gut für Senioren, Übergewichtige oder Personen mit leichten Rückenproblemen. Bei der High-Impact-Belastungsvariante finden Schrittmuster Anwendung, bei denen alle beide Füße immer wieder den Bodenkontakt verlieren. In der Praxis wird diese Variante allerdings nicht für eine volle Stunde eingesetzt, da die Belastung zu hoch wäre. Mixed-Impact, also eine Kombination aus beiden vorher beschriebenen Varianten, ist daher die verbreitetste Form. Durch die verschiedenen Belastungsintensitäten ist Aerobic für jedes Alter und für fast alle Zielgruppen geeignet. Nur Patienten mit Herz-Kreislauf-Problemen und akuten, schwereren Rückenleiden sollten darauf lieber verzichten. Zum Schluss noch ein Tipp: Achte bei der Wahl Deiner Trainingskleidung vor allem auf gutes Schuhwerk! So minimierst Du die Stoßbelastungen auf Deine Wirbelsäule und Gelenke.

Die Vorteile von Aerobic im Kurzüberblick

Neben dem hohen Spaßfaktor profitierst Du auch in gesundheitlicher Hinsicht auf vielfältige Weise von einem regelmäßigen Aerobic-Training. Wir empfehlen mindestens eine Stunde pro Woche, drei bis vier Stunden sind ideal, um die folgenden Effekte zu spüren:

  • Ankurbeln der Fettverbrennung und Gewichtsabnahme
  • Stärkung des Herz-Kreislaufsystems
  • Verbesserung der Kondition
  • Kräftigung der Muskulatur
  • Förderung der Beweglichkeit und Koordination
  • Abbau von Stress
  • Verringerung des Demenzrisikos

Je nachdem, welche Aerobic-Variante Du letztlich wählst, kommen noch weitere Vorteile hinzu. Wir stellen im Folgenden ein paar Aerobic-Formen vor.

Moderne Varianten von Aerobic

Auch wenn Du vielleicht denkst, dass Aerobic jetzt erst wieder aus der Versenkung auftaucht, Elemente dieses Workouts sind trotzdem immer wieder Bestandteil populärer Fitnesstrends gewesen, sodass Aerobic im Grunde nie so richtig weg vom Fenster war. Beliebte Varianten von Aerobic sind beispielsweise Step-Aerobic, Zumba und Tae Bo. Diese Auswahl zeigt auch, wie stark sich die einzelnen Formen weiterentwickelt haben – inklusive eigener Trainingsziele und Schwerpunkte. Während man die ersten beiden Unterarten zu den Dance-Workouts zählt, denken viele bei Tae Bo erst mal an einen Kampfsport. Es handelt sich hier aber um eine Fitness-Sportart, die zwar Elemente aus dem Aerobic-Training mit asiatischen Kampfsportarten wie Taekwondo und Karate verbindet, daraus allerdings schweißtreibende Ausdauergymnastik macht. Ganz ähnlich funktioniert auch das Cardio-Workout Bodycombat.
Einen sehr hohen Kalorienverbrauch erzielst Du mit Bodyattack. Das Cardio-Workout kombiniert athletische Aerobic-Moves mit Kraft- und Stabilisationsübungen. Das Ganzkörpertraining kräftigt die Knochen und baut Kraft auf durch Core-Konditionsarbeit. Ebenso schweißtreibend, aber mit Box-Elementen verbunden, ist Box Aerobic. Hier beanspruchst Du wirklich jede Muskelgruppe, neben Ausdauer kommt es auf Schnelligkeit und Kraft an. Auch diese Aerobic-Form ähnelt Tae Bo, legt aber noch einmal an Intensität zu, da es sehr viele Hüpf- und Sprungelemente enthält. Durch die Box-Moves trainierst Du auch die Arm- und Oberkörpermuskulatur, beim Springen vor allem die Beinmuskeln. Ein wichtiger Faktor ist dabei die Körperbeherrschung. Du kannst mit dieser Form nicht nur prima Aggressionen abbauen, sondern trainierst im spielerischen Battle auch Eigenschaften wie Durchsetzungsvermögen, Selbstvertrauen und Zielstrebigkeit.

Mal im Ernst, wer Jane Fonda mit ihren fast 80 Jahren anschaut, kann nur von der Wirkung von Aerobic überwältigt sein. Gut, vielleicht hat sie auch hier und da noch andere Möglichkeiten genutzt, aber die Vorteile von Aerobic sollten Dir nach diesem Artikel auch so klar sein. Wenn Du Musik und Tanz liebst, ist es die perfekte Ausdauersportart – und durch die vielen unterschiedlichen Varianten gibt es die passende Form für jeden Typ. Letztlich ist Aerobic nämlich so viel mehr als eine Eintagsfliege aus den 80ern. Versuchs einfach und berichte uns!

Sport mit der ganzen Familie: ein Kinderspiel

Keine Zeit für Sport, weil Du Kinder hast? Nichts da, gerade mit der Familie gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich als Team auszupowern. Wir haben die schönsten Aktivitäten für Dich recherchiert inklusive Motivationstipps.

Motivationstipps für Kinder

Wichtig ist natürlich, dass alle Familienmitglieder Spaß an der gewählten Sportart haben. Wenn Deine Kids so gar keine Lust auf zum Beispiel Tischtennis haben, wirst Du sie vermutlich nur schwer begeistern können. Lass Dich aber nicht zu schnell abspeisen, wenn erst mal an so gar nichts Interesse besteht – vor allem wenn die Kinder bislang nichts selbst ausprobiert haben. Klar sollten sie nicht ins Wasser geschubst werden, wenn sie nicht schwimmen wollen, aber bei etwas lauffaulen Kids zum Beispiel kann man spielerisch doch noch einiges rausholen. Sowieso gilt – je kleiner die Kinder sind, desto eher bekommst Du sie mit dem spielerischen Element an den Sport oder Du denkst Dir Abenteuer aus, die es zu bestehen gilt. Der Wettkampf sollte hier erst mal zweitrangig sein, im Vordergrund steht der Spaß an der Bewegung. Bei den meisten Kindern besteht ohnehin der natürliche Drang, sich zu bewegen, zu forschen und zu entdecken. Unterstütze sie individuell in ihren Interessen und es wird sich sicher etwas finden, was allen Spaß macht. Die gemeinsame Zeit als Familie ist ohnehin unbezahlbar.

Sport kann ohne Frage Generationen verbinden, auch wenn die Kinder älter werden und ihren eigenen Kopf haben. Wo früher Eltern die Kinder gewinnen ließen, lassen Kinder später die Eltern gewinnen, damit alles im Gleichgewicht bleibt. Spaß beiseite, wichtig ist stets, dass die Belastung bei allen Familienmitgliedern altersgerecht ist und Freude macht. Dazu gehört auch, Niederlagen akzeptieren zu lernen und sich über Erfolge gemeinsam zu freuen. Dabei sollte das Wohl der Kleinen immer Vorrang vor elterlichem Ehrgeiz haben. Sind Deine Kids jünger als acht Jahre, sollten sie sich zudem noch gar nicht auf eine Sportart festlegen müssen, sondern einfach alles ausprobieren, was ihnen Spaß bringt. Hier reicht es außerdem nicht, ein, zweimal die Woche eine bestimmte Sportart zu betreiben. Die Kleinen sollten sich stattdessen jeden Tag austoben können. Achte nur darauf, dass sie nicht zu einseitig trainieren. Nimm Dir einfach Zeit, gemeinsam ohne Druck herauszufinden, wo die sportlichen Stärken und Interessen liegen.

Welche Sportarten eignen sich für Familien?

Im Prinzip sind alle Ballsportarten perfekt für Familien. Egal ob Badminton, Tennis, Tischtennis, Handball, Basketball oder Fußball – bei diesen Sportarten brauchst es immer mindestens zwei oder mehr Akteure, um ein Spiel zu machen. Seid ihr im Verein aktiv, wird zwar nach Altersklassen trainiert, aber in der freien Zeit kannst Du mit Deiner Family natürlich immer und überall etwas selbst organisieren – ob auf dem Bolzplatz, im Garten, im Urlaub oder auf dem Vereinsgelände. Eine Partie Federball macht auch im Garten Spaß, zum Badminton-Turnier geht’s dann geschlossen in die Halle.

Ebenfalls prima für die ganze Familie sind simple Ausdauersportarten wie Inline-Skaten, Skifahren, Radfahren oder Schwimmen. Die Länge der Tour beziehungsweise der Schwierigkeitsgrad muss natürlich immer auf Alter und Leitungsfähigkeit aller Familienmitglieder angepasst werden, aber hier findet man leicht eine Schnittmenge, die allen Spaß macht. Auch das Longboard eignet sich aufgrund seiner breiten Trittfläche und der hohem Fahrstabilität für Jung und Alt.

Wohnst Du am Wasser oder hast die Möglichkeit, regelmäßig Ausflüge mit der Familie ans Meer oder einen See zu machen, sind Wassersportarten eine tolle Sache. Gerade Mannschaftssport wie Kanufahren, Kanu-Polo und auch Segeln ist besonders gut, weil er die Teamfähigkeit fördert. Die Kinder lernen früh, miteinander zu arbeiten statt gegeneinander. Am Strand gibt es außerdem viele Aqua-Sportarten, die gemeinsam besonders viel Spaß machen, zum Beispiel Schnorcheln, Stand-up-Paddling oder Surfen. Mit dem richtigen Lehrer sind diese Wassersportarten auch für Kinder geeignet. Kleinere Familienmitglieder buddeln derweil vergnügt im Sand oder bauen Burgen.

Neben den klassischen Sportarten gibt es natürlich auch jede Menge sportliche Spiele für die Freizeit mit Kindern. Frisbee zum Beispiel trainiert die motorischen Fähigkeiten, ist unkompliziert und günstig. Du brauchst nur eine Frisbeescheibe und etwas Platz. Zuerst übt ihr gemeinsam die Wurftechnik und dann geht’s auch schon los. Um das Spiel spannend zu halten, kannst Du irgendwann auf Frisbee-Golf umsteigen. Bei dieser Variante muss man mit dem Frisbee mit möglichst wenigen Würfen bestimmte Ziele erreichen. Ein Spaß für die ganze Familie – auch mit älteren Kindern.

Minigolf ist ebenfalls eine schöne Familienaktivität, bei der Du unter Umständen aber die Regeln für kleinere Kids etwas lockern solltest, um die Motivation über alle Löcher aufrechtzuerhalten. Ein weiteres schönes Spiel für Garten oder Park ist Boule beziehungsweise Boccia. Das Spiel mit den Kugeln macht Kindern vor allem Spaß, wenn sie die Erwachsenen auch mal besiegen können. Etwas weniger bekannt, aber ziemlich großartig ist übrigens Wikingerschach. Hier treten zwei Teams aus drei Leuten gegeneinander an. Ziel ist es, mit kleinen Holzstäben die Klötzchen der Gegner umzuwerfen. Der Suchtfaktor ist auch für Erwachsene extrem hoch!

Sportverein: Familienrabatt nutzen

Du bist Mitglied in einem Sportverein oder überlegst es zu werden? Das kann sich lohnen. Viele Vereine bieten günstigere Familienrabatte und ermöglichen so gemeinsame Aktivitäten. Das muss übrigens nicht immer heißen, dass ihr alle zusammen den gleichen Sport ausüben müsst. Du kannst zum Beispiel auf dem Sportplatz Deine Runden drehen, während die Kids beim Training sind oder auch mal auf der Tribüne relaxen und sie bei Wettkämpfen anfeuern.
Das ideale Alter für Kinder, sich auf eine Sportart im Verein festzulegen oder von Grund auf zu erlernen, liegt zwischen acht und zehn Jahren. Dann ist nämlich die motorische Lernfähigkeit am größten und sie werden schnell Fortschritte erzielen. Je älter die Kids sind, desto mehr verbessern sich außerdem Ausdauer und Kondition. Vergiss aber nie, dass die Kapazitäten Deines Kindes immer noch deutlich unter Deinen liegen und überfordere es nicht. Wenn ihr gemeinsam als Familie sportelt, bestimmt immer das schwächste Glied in der Kette, wann Schluss ist. Andernfalls drohen Frust und Motivationsverlust, wo eigentlich Spaß an der gemeinsamen Aktivität vorherrschen soll.

Sport mit der Familie ist in jedem Alter machbar. Je kleiner die Kinder sind, desto kürzer und spielerischer, aber auch vielfältiger sollte die Aktivität sein. Hier habt ihr als Family die Freiheit, ohne Druck die Sportart(en) zu finden, die euch gemeinsam am meisten begeistert. Sind Deine Kinder schon etwas älter, lohnt sich ein Verein. Sport verbindet und schafft gemeinsame Rituale und Erinnerungen.

Fit mit Rollen: vom Longboarding über Inline-Skating bis hin zum Einradfahren

Das Longboard ist der neueste Trend auf Rollen, aber auch Inline-Skaten erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Etwas spezieller ist da schon das Einradfahren. Wir haben uns die Rollsportarten für Dich mal näher angeschaut und auf ihren Fitnessfaktor gecheckt!

Retrotrend Longboard

Das Longboard ist eigentlich ein Vorgänger des bekannten Skateboards. Es ist länger als sein Nachfolger und hat dementsprechend einen größeren Achsenabstand. Normalerweise ist es zwischen 90 und 150 cm lang, es gibt aber auch Modelle mit über 190 cm. Die Rollen von Longboards sind ebenfalls größer als die des Skateboards und zudem aus weicherem Polyurethan. Dadurch können Stöße besser absorbiert werden und das Longboard eignet sich perfekt für Fahrten über unebenen Untergrund. Auch die Fahrstabilität ist dadurch – in Kombination mit dem vergrößerten Achsenabstand – bei höheren Geschwindigkeiten besser.
Mittlerweile feiert das Longboard ein Comeback – vor allem in den USA, Kanada und der Schweiz. Es gibt verschiedene Ausführungen der Boards je nach bevorzugter Fahrtechnik. Vom Freestyleskaten, Sliden oder Carven über Slalom, Dancing und Long Distance Pumping bis zum Downhill und Hippie Jump gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich mit dem Board auszutoben. Stunts auf der Halfpipe oder auf offenerer Straße inklusive. Natürlich kannst Du aber auch einfach das lässige Surf-Feeling genießen, dass sich beim Cruisen durch die Stadt mit dem Longboard fast von allein einstellt.
Titus Dittmann, Kultfigur der Boarderszene und einer der ersten, die das Skateboard in Deutschland unter die Leute brachten, zieht im Alter das Longboard dem Skateboard vor. Der „Vater der deutschen Skateboard-Szene“ hat heute fast 70 Jahre auf dem Buckel – und ein Longboard unter den Füßen. Er schätzt vor allem das Easy Going in der Großstadt und auf abschüssigen Landstraßen. Er geht damit zum Beispiel am Wochenende Brötchen holen. Durch die breitere Trittfläche und die oben beschriebenen Eigenschaften ist das Longboard viel einfacher für Anfänger und Ältere zu handeln als das Skateboard. Es passt außerdem gut zum aktuellen Retrotrend. Das Longboard zieht darüber hinaus auch viele Frauen an, die das gechillte Asphaltsurfen auf dem Longboard dem halsbrecherischen Skateboard vorziehen. Das soll aber nicht heißen, dass es keine Action auf dem Longboard gibt! Beim Downhillride in Großerlach, 40 km von Stuttgart entfernt, geht es zum Beispiel 600 Meter über den steilen Asphalt.

Longboarden für die Fitness

Je nachdem was Du mit Deinem Brett vorhast, solltest Du auf den sogenannten Flex Deines Boards achten. Mit dem Begriff Flex ist die Biegefähigkeit des Bretts gemeint. Härtere Boards eignen sich zum Beispiel besser für Highspeed-Fahrten, weichere für das gemütliche Cruisen. Auch Dein Gewicht ist für die Auswahl entscheidend, bist Du leichter, greifst Du zu mehr Flex, als schwererer Fahrer zu weniger. Für Einsteiger sind sogenannte Mini-Cruiser eine gute Wahl. In einem Workshop kannst Du in vielen Orten Deutschland die Basics – und vor allem das Bremsen und richtige Fallen – erlernen. Gelenkt wird in jedem Fall durch Gewichtsverlagerung, es kommt also auf Dein Körpergefühl an.
Am besten probierst Du einfach selbst mal aus, wie viel Spaß das XXL-Board bringt. Auch wenn Du es einfach nur als lässiges Fortbewegungsmittel in der Stadt einsetzt und gar nicht auf waghalsige Stunts stehst, lohnt sich das Board für Deine Fitness. Das entspannte Cruisen auf dem Brett verbrennt nämlich bis zu 350 Kalorien pro Stunde! Außerdem kommst Du fix von A nach B und hast so eine schöne Alternative zum Fahrrad. Durch das wiederholte Schwungholen mit dem Fuß bei längeren Fahrten ist Longboarden nämlich auch ein Ausdauersport. Zieht es Dich doch auf die Halfpipe, profitieren vor allem Deine Oberschenkelmuskulatur, Deine Koordination sowie Dein Gleichgewichtssinn von dem Training. Hochwertige Longboards gibt es ab circa 200 Euro.

Inline-Skates: Freizeitspaß mit hohem Fitnessfaktor

Auch wenn heute in Deutschland nicht mehr so viele Skates verkauft werden, wie beim großen Inline-Boom Mitte der 90er-Jahre, hält sich die Sportart. Kein Wunder, der Rollensport bietet schließlich viele Vorteile. Vor allem Läufer profitieren vom Inlineskating als Ausgleichs- und Alternativsport, denn ein abwechslungsreiches Training sorgt für mehr Erfolg. Unschlagbar ist das Skaten, wenn es darum geht, fit zu werden. Wenn Du durchschnittlich sportlich bist, kannst Du durch Inlineskaten innerhalb von nur vier Wochen richtig tolle Trainingserfolge erreichen. Außerdem schonen die harmonischen Bewegungsabläufe beim Skaten Deine Gelenke. Das sanfte Gleiten belastet Fuß- und Kniegelenke deutlich weniger als das Laufen. Ausdauer, Kraft und Koordination werden im gleichem Maße gefordert und gefördert. Inlineskaten ist daher auch perfekt für Übergewichtige geeignet. Zumal Untersuchungen zeigen, dass lockeres Inlineskaten in der Freizeit ein idealer Fettkiller ist. Man neigt weniger dazu, sich zu überfordern und in die Kohlehydratverbrennung zu geraten. Von daher kannst Du auch beim gemütlichen Skaten mit Freunden und Familie ein gutes Gefühl haben, etwas für Deine Gesundheit zu tun!

Damit es nicht zu Verletzungen kommt ist – wie beim Laufen – ein bewusstes Aufwärmen sowie Abwärmen Pflicht. Auch Dehnungs- und Stabilisierungsübungen sollten dazugehören. Als Anfänger solltest Du Dich zudem zunächst mit den Grundtechniken vertraut machen. Dazu gehört neben Bremsen und Kurvenfahren vor allem das sichere Rollen auf einem Skate. Wenn es Dir gelingt, das Körpergewicht ohne Kippeln auf einem Bein zu halten, wirst Du dynamisch und ökonomisch skaten. Beim Gleiten kommt es vor allem auf eine dynamische Grundhaltung an, das Gewicht liegt auf dem Gleitbein, die Arme schwingen mit.

Einradfahren: in Balance von klein auf

Das Einradfahren ist kein Breitensport, erfreut sich aber vor allem bei Kindern großer Beliebtheit. Zirkusartisten zeigen damit Kunststücke, die selbst Erwachsene faszinierend finden, aber Einradfahren ist viel breiter aufgestellt als der Zirkus allgemein vermittelt. Wie auch beim Boarden gibt es viele Fahrstile und Disziplinen und dementsprechend auch verschiedene Rad-Modelle wie das Renn-, Touring- oder Offroad-Einrad. Analog dazu existieren Wettkämpfe und Meisterschaften.

Auch wenn das Fahrradfahren deutlich einfacher ist, kannst Du das Fahren auf einem Rad mit etwas Übung gut erlernen. Der Schlüssel liegt zwar im Gleichgewicht, aber der große Trick ist eigentlich das Abspringen, sobald Du merkst, dass die Balance nicht mehr gegeben ist. So vermeidest Du Stürze und bleibst mit Spaß an der Sache. Dadurch, dass Du ständig gezwungen bist, durch Bewegung das Gleichgewicht zu halten, trainierst Du viele Muskelgruppen. Da dieser Rollensport schon sehr speziell ist, empfehlen wir, ihn in einem Kurs zu trainieren. Eine gute Anlaufstelle ist das Einrad Portal.

Hast Du Lust bekommen, die Rollen abzutrainieren und lieber unter die Füße zu packen? Fest steht: Beim Rollensport ist für jeden Fitnesstyp etwas dabei, vom Ausdauercruisen bis zum extrem sporteln. Aber denk dran: Ellbogen, Knieschoner und Helm nicht vergessen!