Die 7 Unwahrheiten zum Thema Fitness und Muskelaufbau die einem immer wieder begegnen

Keiner von uns ist perfekt. Und wie auch im täglichen Leben gibt es im Fitnesssport und beim Muskelaufbau typische Irrtümer und Unwahrheiten die einem immer wieder begegnen. Wer optimal und effektiv gestalten will sollte sich über Trainingsmethoden informieren und sich mit den Grundlagen des Fitness Trainings beschäftigen.

Im heutigen Artikel möchte ich näher auf die Mythen und Märchen in Sachen Fitness und Muskelaufbau eingehen. Diese Unwahrheiten sind in vielen Köpfen bereits fest verankert bzw. werden uns häufig von leider unqualifiziertem Fachpersonal angepriesen. Vermeiden Sie diese 7 Irrtümer zum Thema Fitness.

Irrtum #1: Fettverbrennung setzt erst nach 30 Minuten ein

Es wird oftmals behauptet, dass die Fettverbrennung bei aerober Betätigung erst nach bis zu 30 Minuten einsetzt und bis dahin nur Glykogen verbraucht wird. Dies ist jedoch ein Irrtum.

Die Fettverbrennung ist, genauso wie die Verbrennung von Glykogen, den ganzen Tag aktiv und somit auch bei aerober Betätigung von der 1. Minute an. Einzig die Art und Höhe der Energiebereitstellung kann durch die Höhe der Intensität beeinflusst werden.

Irrtum #2: Es gibt einen Fettverbrennungspuls

Bei dem Thema wird behauptet, dass man bei einem Puls von 120-140 Schlägen pro minute am effektivsten Fett verbrennen würde und man beim Training in einem höheren Pulsbereich hauptsächlich Glykogen verbrennen würde und zudem auch die Muskelmasse angreifen würde. Auch dies kann man getrost in den Bereich der Bodybuilding-Mythen stecken.

Es stimmt zwar, dass, so höher der Puls, prozentuell weniger Fett und mehr Glykogen verbrannt wird, aber die Gesamtsumme an verbrannten Fettkalorien ist dennoch höher. Es gilt: je höher der Kalorienverbrauch desto höher auch die Fettverbrennung.

Irrtum #3: Die Form eines Muskels ist veränderbar

Dies ist eins der weitverbreitesten Irrtümer in der Fitness-Welt. Als bestes Beispiel hierfür gilt das beliebte Schrägbankdrücken und „oberer Brustmuskel“-Thema. Man sagt, das durch Schrägabnkdrücken speziell die oberer Brust aufgebaut wird. Dies ist jedoch Unfug.

Es ist zwar möglich, in begrenztem Maße, verschiedene Anteile des Muskels verstärkt zu akzentuieren, jedoch nicht dadurch eine stärkere Hypertrophie einzelner Muskelfasern zu erreichen.

Irrtum #4: Lokale Fettverbrennung durch Trainieren des Muskels

Wo hört man das nicht? Viele Leute beklagen sich über ihren Speck am Bauch und versuchen ihren Fettpolstern daher mit ausgegiebigem Bauchtraining zu Leibe zu rücken. Die Erfolge sind jedoch äusserst gering.

Das liegt einfach daran, dass man durch spezielles Bauchtraining nicht automatisch Fett am Bauch verliert. Dafür ist ganz einfach eine negative Kalorienbilanz verantwortlich. Man kann noch soviel Bauchmuskeltraining betreiben, ohne eine negative Kalorienbilanz werden die Bauchmuskeln nicht nennenswert herausgearbeitet werden. Es gilt: Fett wird immer am ganzen Körper verbrannt bzw. abgebaut, dies kann man durch spezielles Training nicht beeinflussen.

Irrtum #5: Hohe Wiederholungszahlen in der Definitionsphase

Hierbei handelt es sich wohl um den ältesten Mythos im Bodybuilding-Bereich. Er besagt, das man in einer Diät die Wiederholungszahlen erhöhen soll, damit man einen höheren Kalorienverbrauch erreicht und die Muskeln besser herausgearbeitet werden können. Natürlich stimmt auch dies nicht. Es ist zwar richtig, dass durch den höheren WH-Bereich der Kalorienverbrauch erhöht wird, aber das geschieht in einem so geringen Maße, das es zu vernachlässigen ist.

Dafür ist der Reiz auf die Muskulatur in einem Bereich jenseits der 15 wesentlich geringer, was, in Verbindung mit einem Kaloriendefizit, zu einem Abbau von Muskulatur führen kann. Daher gilt: Auch in der Definitionsphase soll im normalen Hypertrophiebereich (6-12) trainiert werden.

Irrtum #6: Mann und Frau muessen unterschiedlich trainieren

Auch dies kann man getrost zu den Mythen ablegen.

Der einzig relevante Unterschied zwischen Männern und Frauen besteht darin, das Männer wesentlich mehr Testosteron und frauen mehr Östrogen produzieren, was dazu führt dass Männer schneller Muskeln aufbauen und Frauen eher zum Fettansatz neigen. Auf das Training hat dies jedoch keinen Einfluss, davon mal abgesehen, das Frauen (ohne chemische Hilfsmittel) niemals die Muskelmasse eines trainierten Mannes erreichen können bzw. entsprechende Gewicht bewältigen könnten.

Irrtum #7: Es gibt Masse- und Definitionsübungen

Auch hier liegt ein weitverbreiteter Irrtum vor. Es wird von vielen Seiten behauptet, das man zwischen Masseübungen, die die entsprechende Muskelmasse bringen sollen, und Definitionsübungen, die diese Muskelmasse formen sollen, unterscheidet.

Richtig ist das die sogenannten Grundübungen (was die meisten fälschlicherweise als Masseübungen bezeichnen) eine höhere Wachstumshormonausschüttung bewirken und eine gröbere Zahl an Muskelfasern aktivieren, während Isolationsübungen (von vielen eben als Defi-Übungen bezeichnet) den Muskel gezielter belasten. Man kann aber nicht sagen, das die einen oder anderen generell besser zum Masseaufbau wären.

Viel Spaß und Erfolg beim Training!

Fitness und Muskelaufbau ohne Geräte: Tipps zum Body Weight Exercise (BWE) Training

Als Eigengewichtübung (body weight exercise, abgekürzt BWE) bezeichnet man eine sportliche Übung, die nur das eigene Körpergewicht beziehungsweise die daraus resultierende Erdanziehungskraft als Widerstand nutzt.

BWEs sind eine Form des Fitness– und Krafttrainings, die vollkommen auf Hilfsmittel wie Gewichte und Fitnessgeräte verzichtet. Da man zur Durchführung nur den eigenen Körper braucht, kann man BWE immerzu, überall und kostenlos durchführen. Dadurch eignen sie sich gut für diejenigen, die kein Fitnessstudio besuchen können oder wollen.

Falls dies der Fall ist, kann ich diese Artikel ans Herz legen:

Das Body Weight Excercise (BWE) Training

Da die Übungen immer viele Muskelpartien beanspruchen und ganze Bewegungsabläufe beinhalten, werden nicht nur die einzelnen Muskeln gestärkt, sondern auch das Zusammenspiel und die Effizienz der einzelnen Körperregionen trainiert. Es kommt seltener zu muskulären Dysbalancen als bei herkömmlichem Krafttraining.

BWE werden oft kritisiert, weil „nur“ der eigene Körper als Widerstand dient, was angeblich zu einer Trainingsstagnation ab einem bestimmten Level führt. Befürworter von Eigengewichtübungen entgegnen dem, dass man die Schwierigkeit fast beliebig erhöhen kann, indem man eine Übung absichtlich erschwert.

Zum Beispiel kann man statt einer normalen Liegestütz einhändige Liegestütze, Handstandliegestütze oder Liegestütze mit erhöhtem Beinniveau durchführen, was den Widerstand erheblich erhöht. So kann die Trainingsintensität dynamisch reguliert werden, um nicht nur im Kraftausdauerbereich, sondern auch im Maximalkraftbereich zu trainieren.

Grundlagen zum Body Weight Exercises (BWE) Training

Ein BWE Training sollte alle fünf Grundübungen beinhalten. Für jede Übung gibt es immer eine Gegenübung. Nur so wird der ganze Körper beansprucht und Dysbalancen vermieden.

Für mehr Abwechslung, kann man pro Muskelgruppe noch eine Zusatzübung dazunehmen. Zum Beispiel für Kniebeugen noch Ausfallschritte. Als Gegenübung für Liegestütze werden Dips oder enge Liegestütze absolviert. Für breite Klimmzüge noch enge Klimmzüge. Für Crunches noch die isometrische Blank. Und so weiter, und so fort.

Das gilt es beim BWE Training zu beachten

  • Die jeweiligen Übungen sollten beide im etwa gleichen Wiederholungsbereich sein.
  • Vor dem Training kurz Aufwärmen (Jumping Jacks, Burpees, Mountain Climbers, Springseil).
  • Schwere Übungen vor den leichten Übungen.
  • Bei vielen Übungen Satztraining = Übung mit 2-3 Sätzen abschliessen und dann zur nächsten.
  • Bei wenig Übungen ist auch ein Zirkeltraining möglich = Pro Übung 1 Satz und direkt zur nächsten Übung. Dafür mehrere Durchgänge.
  • Pro Übung 2-3 Sätze.
  • Soviele Wiederholungen wie möglich, aber nicht bis zum Muskelversagen gehen.
  • Zwischen den Sätzen und Übungen kurze Pausen.
  • Ein Training sollte maximal 60 Minuten dauern.
  • 1 bis 2 Trainings pro Woche reichen aus. Kommt aber auch darauf an, wieviel Zeit und Regeneration zur Verfügung stehen.

Eigengewichtübungen bzw. Body Weight Exercices eignen sich besonders für Fitness und Kraftsport Einsteiger, da die Trainingsbelastung nicht so intensiv ist wie bei anderen Trainingsmethoden. Daher kann der Körper auf die Belastungen besser reagieren und Krafausdauer aufbauen, bevor man zu Übungen an Hanteln und Geräten übergeht.

Die Vorteile eines BWE Trainings

  • Schulung der funktionellen Kraft
  • intermuskuläre Koordination wird geschult
  • Komplexübungen – mehrere Muskelgruppen beteiligt
  • geringe bis gar keine Kosten
  • fast überall möglich
  • Körpergefühl nimmt zu
  • kaum Ausrüstung nötig
  • realtiv natürliche Bewegungsabläufe

Die Nachteile des BWE Trainings

  • Körpergewicht und Kraftzuwachs nicht proportional
  • zum Teil schwierig zu erlernen
  • häufig hohe Wiederholungszahlen à nur Ausdauer, kaum Maximalkraft etc.

Es gibt drei Hauptübungen bei dem BWE Training… Kniebeugen, Klimmzüge und Liegestütz. Zwar gibt es noch eine Menge weitere Übungen, doch Variationen der o.g. Hauptübungen bilden den Grundstein der Trainingslehre.

Viel Spaß und Erfolg beim Training!

Was ist Bodybuilding? Grundlagen und Tipps für effektiven Muskelaufbau

Wenn man das Wort Bodybuilding hört, denken die meisten Menschen direkt an Arnold Schwarzenegger oder an wandelnde Muskelberge die sich Muskelaufbau Präparate einwerfen. Bodybuilding ist das Maximum am Fitness Sport. Natürlich gibt es auch den Weg, seinen Schwerpunkt auf die Kraftausdauer oder auf ausgeprägte Bauchmuskeln zu legen.

Wer Muskeln aufbauen will, muss nicht gleich ein Bodybuilder werden. Oft reicht ein effektives Trainingsprogramm, gesunde und richtige Ernährung, sowie einiges an Disziplin.

Dennoch möchte ich anhand dieses Artikels die Definition von Bodybuilding erklären und welche Grundsätze dabei zu beachten sind.

Was ist Bodybuilding?

Die Grundlagen des Kraftrainings Bodybuilding sind sehr einfach. Intensives Training im Fitness Studio mittels freien Gewichten oder Maschinen baut die Muskulatur auf. Eine Verknüpfung von Bodybuilding und aerobem Training wie Laufen, Radfahren, Walking oder Treppensteigen hilft das Körperfett abzubauen oder den Anteil niedrig zu halten.

Aus meiner Überzeugung ist für ein erfolgreiches Muskel- und Masseaufbauen eine Kombination aus Kraft und Ausdauertraining sowie Dehnübungen sinnvoll. Wer bereits im Fitness Studio trainiert, wird bestätigen können, das Bodybuilding weit mehr als ein langweiliges Gewichtestemmen ist. Wer von Natur aus schon einen schnellen Stoffwechsel hat und ziemlich schlank ist sollte in der Aufbauphase auf Ausdauertraning ganz verzichten oder auf das Minimum reduzieren.

Zeit zum trainieren

Wer aus Zeitmangel hin und wieder Schwierigkeiten hat sein wöchentliches Trainingsprogramm komplett zu absolvieren, sollte eher ein Ausdauertraining streichen als auf das Krafttraining zu verzichten, denn beim Bodybuilding liegt der Focus beim Muskelaufbau.

Wie lange trainieren?

Für das Krafttraining im Studio gilt als Grundsatz lieber kürzer, dafür aber intensiver. Nach maximal 90 Minuten (oberste Grenze) harte Belastung durch Hanteltraining sowie durch Zug und Drückmaschinen sollte das Training beendet sein.

Diese Zeit reicht vollkommen aus um beste Ergebnisse zu erzielen. Längere Einheiten können eher zum Abbau von Muskelmasse führen. Ich persönlich bevorzuge Trainingseinheiten von ca. 60 Minuten. Tatsächlich ist es aber eher so, das jeder Sportler für sich selbst durch seine persönliche Fitness (Anfänger, Fortgeschrittener) und seine Ziele die angemessene Trainingszeit selbst herausfinden muß.

Pausen beim Bodybuilidng

Wichtig ist aber das man während der Trainingszeit auch was tut, Pausen während den Trainings sind wichtig, außer man trainiert in Supersätzen, aber länger als 3 Minuten sollten diese Pausen nicht dauern um die höchste Effektivität des Trainings nicht zu gefährden. Pausen zwischen 1 bis zwei Minuten scheinen bei mir optimal zu sein dieser Zeitraum reicht um neue Kraft für den nächsten Satz zu haben.

Wie häufig Trainieren?

Genauso wichtig wie die Pausen zwischen den einzelnen Trainingssätzen sind auch die Pausen zwischen den Trainingstagen.

Für beste Trainingserfolge ist es unabdingbar sich nicht durch zu viele Trainingseinheiten in das so genannte Übertraining zu kommen. Dieser Zustand würde bedeuten das der Muskulatur nicht mehr ausreichend Zeit zur Verfügung steht die gesetzten Trainingsreize auch tatsächlich in eine Muskelverdickung (Hypertrophie) umsetzen zu können. Das Übertraining macht nicht nur optimales Muskelwachstum unmöglich sondern führt auch zu einem Leistungseinbruch, die Kraft wird ab anstatt aufgebaut. Häufig führt dieser Zustand auch zu einer Verschlechterung der psychischen Verfassung der Sportlers, die Trainingsmotivation nimmt ab.

Pausen für ausreichend Erholung zwischen den Trainingstagen sind unerlässlich, für den sportlichen Erfolg und die persönliche Gesundheit.

Anfänger brauche mehr Zeit zur Regeneration als bereits trainierende Sportler.

Das Training beim Bodybuilding

Beim Trainieren selbst ist es wichtig die Muskeln mit Trainingsreizen zum Wachsen anzuregen. Das bedeutet es muß mit einer ausreichend hohen intensität trainiert damit die Muskulatur an Substanz und Dichte zunehmen kann.

Für den Aufbau von massiven und dichten Muskeln hat sich eine Wiederholungszahl zwischen 5 und 8 pro Satz als am effektivsten erwiesen. Bei dieser Wiederholungszahl werden primär die schnell kontrahierenden Muskelfasern gereizt. Diese Muskelfasern verfügen über ein höheres Wachstumspotential als die langsam kontrahierenden.

Für einen optimalen Muskelaufbau ist es auch ratsam die langsam kontrahierenden Muskelfasern mit Wachstumsreizen zu stimulieren. Hier heißt das Rezept leichteres Gewicht und mehr Wiederholungen ca. 15 bis 20 pro Satz. Durch diese Variante werden während dem Training die fast-twitch sowie die slow twitch Fasern mit einbezogen.

Anfänger und Einsteiger ins Bodybuilding Training

Krafttraining und Bodybuilding fördern den Muskelaufbau und stärken wie Sport im allgemeinen Geist und Körper. Diese Art von Muskelaufbau- oder Krafttraining stellt unter standard Bedingungen einen gesunden Sport dar.

Als Anfänger sollte man jedoch folgende Tipps beachten:

  • Nicht übertreiben, das Training immer langsam und mit Verstand ausführen
  • Übungen die nicht rund laufen oder die man nicht ganz verstanden hat öfters zeigen lassen
  • Gerade am Anfang sollten die Ausführungen der Fitnessübungen immer kontrolliert werden.
  • Intensives Krafttraining/Bodybuilding in jungen Jahren sollte tunlichst vermieden werden denn es könnte das Wachstum beeinträchtigen, ein Einstiegsalter von unter 14 Jahren dürfte für das Muskelaufbautraining zu früh sein.

Wer noch nie oder schon lange Zeit nicht im Training gestanden ist sollte vor Trainingsbeginn Rücksprache mit einem Arzt halten um mit gutem Gewissen seinem Sport nachkommen zu können.

Viel Spaß und Erfolg beim Training!

Alkohol und der Muskelaufbau: Die Auswirkungen von Alkohol auf Deinen Trainingserfolg

Ethanol, auch bekannt als Alkohol ist wahrscheinlich die am häufigsten konsumierte Droge weltweit.

Von seinen Einflüssen auf Herzkrankheiten einmal abgesehen, würden nur wenige behaupten, es würde gut sein. Aber, wegen seiner Legalität, seiner Allgegenwart, und der bloßen Tatsache, dass es so einen Spaß macht, machen sich die meisten keine Gedanken über den Konsum von ein paar Bieren oder gar von ein paar Sixpacks. Das schließt viele Bodybuilder ein.

Dennoch ist Alkohol bzw. der Genuss von Alkohol noch lange kein harmloses Laster, selbst für Nicht-Alkoholiker. Es beeinflusst zahlreiche Neurotransmitter, metabolische Prozesse und Hormone – und viele dieser Effekte reichen weit über den Zeitraum des Rausches hinaus. Sie haben weitreichende Folgen, nicht nur für den Gesundheitszustand im Allgemeinen, sondern, wie ihr noch sehen werdet, auch für den Körperbau.

Wenn dein Ziel also der Aufbau von Muskeln bzw. der Fettabbau ist, dann solltest du lieber zweimal überlegen ob du zum Glas greifst. Warum Alkohol folgen für dein Training hat, verrate ich dir in diesem Artikel.

Alkohol und der Fettabbau

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Anders als die meisten Drogen ist Alkohol ein Nährstoff, und ein dichter dazu.

Ethanol enthält 7,1 kcal pro Gramm, fast doppelt so viel wie Kohlenhydrate und Protein. Und, anders als die anderen Nährstoffe, scheint es kein signifikantes Sättigungsgefühl zu erzeugen. Anders ausgedrückt ersetzt es keine Kalorien, sondern addiert sich zu ihnen hinzu. Was das für negative Auswirkungen auf den Muskelaufbau und die Fettverbrennung hat, sollte jeden klar sein.

Betrachtet man die Tatsache, dass ein Drink (ein Bier, ein Glas Wein, ein Schnaps) etwa 12 Gramm Ethanol enthält, kann dies böse enden. Ich würde es für nicht unüblich für eine Person von 90 kg halten, in einer guten Freitagnacht 20 Drinks zu kippen – das wären um die 1600 kcal nur vom Alkohol.

Das sollte der Ansicht, Bier mache fett und harter Alkohol nicht, den Todesstoß versetzen (obwohl die Kohlenhydrate im Bier weitere 500 bis 100 Kalorien liefern, abhängig davon, ob es light ist oder nicht). Das ist soviel wie die gesamte Tagesration an Kalorien für jemanden, der Körperfett verlieren will – und ich denke, ich muss nicht erst erwähnen, dass wir daraufhin häufig um drei Uhr nachts noch in irgendeine Fastfoodbude oder zu einem all-you-can-eat-Buffet fahren und ein paar weitere tausend in uns hinein stopfen.

Andererseits ist die Ansicht, Ethanol würde quasi magisch Fettaufbau erzeugen, überzogen. De novo Lipogenese aus Ethanol macht nur etwa 3% (weniger als 5%) der Gesamtkalorien aus – der Rest wird oxidiert. Es unterdrückt direkt Fettverbrennung, im Gegensatz zu Kohlenhydraten, wo Insulin die tragende Rolle spielt – indes, hat Ethanol nicht den begleitenden anabolen Effekt des Insulin. Das Ethanol (als Azetat) übernimmt vielmehr den Vorrang vor der Verbrennung von Fett und Kohlenhydraten, so dass es im Grunde immer zu einer Totalverwertung der Kalorien kommt.

Muskelzunahme und Alkohol

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Wenn euch der Kaloriengehalt des Ethanol noch nicht überzeugt hat, dass es nicht das Beste ist für den Körperaufbau, werden dies hoffentlich seine Effekte auf den Muskelaufbau tun. Ethanol, dies wurde immer wieder gezeigt, resultiert in nachhaltiger und signifikanter Abnahme von Testosteron und Wachstumshormon – und es erhöhte den Cortisolspiegel in vielen Studien.

Die Einflüsse dieser Hormone sind hoffentlich bekannt und müssen nicht eingehend erläutert werden. Ethanol hemmt direkt die Proteinsynthese was zu stagnierenden Muskelaufbau führt.

Immunsystem und Alkohol

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Auch moderater, akuter Ethanolkonsum kann signifikant die Anfälligkeit für virale und bakterielle Infektionen erhöhen – und normalerweise wird Alkohol in einem Umfeld konsumiert, wo sich viele Erreger finden. Offensichtlich ist, dass unter einer Krankheit das Muskelaufbau Training leidet – daher ist dies wichtig.

Sowohl in vitro als auch in vivo dämpft Ethanol die sofortige Reaktion der Zytokine auf Bakterien. Die Produktion von IL-1, IL-6 und TNF-Alpha bei Monozyten werden vermindert – was zu einer defekten Körperabwehr gegen mikrobakterielle Infektionen führt. Zusätzlich werden immunomodulierende Zytokine wie IL-10 und TGF-beta sowie das Prostaglandin PGE2 erhöht, was zu einer Downregulierung der Produktion von antigenspezifischen T-Zellen führt – und zu einer erhöhten Infektanfälligkeit für Viren.

Alkohol kann also unser Immunsystem gefährden, uns krank machen und dazu führen das wir unser Muskelaufbau Training nicht absolvieren können.

Schlaf und Alkohol

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Obwohl es das ZNS beruhigt und somit das Einschlafen erleichtern kann, übt Ethanol negative Effekte auf die Schlafqualität aus.

Von besonderer Wichtigkeit ist der REM-Schlaf, der das tiefste Stadium des Schlafes darstellt und am wichtigsten ist für mentale und körperliche Erholung. Ethanol stört bei 2-3 Drinks zuverlässig REM-Schlaf. Es erhöht die Zeit bis zu dessen Eintreten und auch die Dauer im REM, da es die Gesamtzahl der REM-Phasen verringert und gleichzeitig die Nicht-REM-Phasen dazwischen verlängert. Diese Effekte hängen von der Dosis ab, je mehr ihr trinkt, je mehr wird beeinflusst.

Da der Muskelaufbau nicht während dem Training, sondern in der Regenerationsphase statt findet, ist es für einen effektiven Muskelaufbau nötig ausreichend zu schlafen. Alkohol behindert einen optimale Regeneration.

Katerstimmung nach dem Alkohol

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Die Gründe für ethanolinduzierten Kater sind noch nicht vollständig geklärt, jedoch gibt es viele wahrscheinliche Mechanismen.

Die Bildung von Prostaglandinen (PG) wird von Ethanol erhöht, und der Gebrauch von aspirinähnlichen Medikamenten vor und nach dem Trinken konnte signifikant die Ausmaße eines Katers reduzieren. Die Verwendung von Linol- und Linolensäure, die beide als Inhibitor für PG-Bildung fungieren können, reduzierten den Kater ebenfalls. Fischöle, die die Bildung von Zytokinen vermindern, könnten ebenfalls hilfreich sein.

Kongenere sind wahrscheinlich ebenfalls Übeltäter – sie sind Nebenprodukte der Ethanolgewinnung und treten hauptsächlich in Likör und Wein auf, und tatsächlich berichteten jene Probanden, die 1,5g/kg Ethanol konsumierten, zu 33% von schwerem Kater nach dem Genuss von Bourbon im Vergleich zu nur 3% bei Vodkatrinkern.

Anders ausgedrückt, könnt ihr nicht durchsehen, lasst es stehen.

Ethanol hemmt antidiuretische Hormone, und Hydration schwächt Katersymptome ab (ohne von ihnen vollkommen zu befreien). Aldehyd könnte ebenfalls ein Faktor sein – die Verwendung eines Kräutermittels mit dem Namen Liv.52 konnte Kater gegenüber einem Placebo vermindern, und tatsächlich wurden geringere Aldehydkonzentrationen festgestellt. Allerdings wurde die Studie von den Herstellern des Produkts durchgeführt und erscheint daher etwas fragwürdig. Prophylaktische Verwendung von Vitamin B6 (400mg vorher, währenddessen und danach) konnte Katersymptome um die Hälfte senken. Andere Faktoren, die zu Kater beitragen, beinhalten Schlafmangel, erhöhte körperliche Betätigung unter Alkoholeinfluss und schlechter physischer Allgemeinverfassung.

Zusammenfassung

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Von gesundheitlichen Fragen abgesehen sollte klar sein, dass regulärer Konsum signifikanter Mengen von Alkohol absolut nachteilig für jede Anstrengung und das Sixpack bzw. Muskelaufbau Training ist, den eigenen Körper zu formen. Indessen wissen wir alle, dass sein Konsum in das Gewebe unserer Gesellschaft eingeflochten ist und die meisten von uns sich nicht komplett lossagen werden können.

Wir müssen alle gewillt sein, die negativen Auswirkungen auf das Muskelaufbau Training, seines Konsums wenigstens zu minimieren. Anders als die zahlreichen spezifischen Empfehlungen im Hauptteil besteht das Hauptziel, dass ihr euch setzen solltet, in der Begrenzung der Gesamteinnahme. Dann klappt´s auch mit dem Muskelaufbau und dem Feiern 🙂

Viel Spaß und Erfolg beim Training!