Fettabbau und Muskelaufbau mit der Paleo-Ernährung und dem CrossFit-Training

Fitness und Ernährung sind hochkomplexe Themen, bei denen es immer auf die körperlichen Voraussetzungen sowie auf die Trainingsziele ankommt. Neben den schlichten Zahlen wie Größe und Körpergewicht, spielen auch Faktoren wie Alter, Geschlecht sowie die Lebensgewohnheiten abseits der Trainingshalle eine Rolle. Es existiert daher auch kein Königsweg in Form eines 5-Punkte Plans, wie eine gute Ernährung auszusehen hat.

Nichtsdestotrotz schwören viele Athleten aus dem Bereich CrossFit auf das sogenannte Paleo oder auf die Zone-Diät, wobei Paleo aktuell die größten Wellen schlägt und Rezeptblogs wie Pilze aus dem Boden schießen. Was genau verbirgt sich hinter Paleo und was hat das alles mit CrossFit zu tun?

Was ist die Paleo-Ernährung?

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Die Paleo Ernährungsweise wird auch als Steinzeiternährung beschrieben. Im deutschen Sprachraum wird daher auch oft von der Paläo-Ernährung gesprochen, abgeleitet von der Vorsilbe paläo- wie alt- und ur-. Ausgehend von der Tatsache, dass der Mensch erst zu einem späten Zeitpunkt seiner Existenz auf der Erde mit dem Ackerbau und noch später mit der Verarbeitung von Lebensmitteln begonnen hat, streicht dogmatisches Paleo alles aus dem Speiseplan, was dem Urmensch nicht zur Verfügung stand. Dies betrifft im Wesentlichen die Getreideprodukte aber auch alle verarbeiteten Lebensmittel wie Milch, Joghurt und Käse. Gänzlich tabu sind Süßwaren und süße Getränke.

Welche Lebensmittel bevorzugen Paleo-Jünger?

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Um diese Frage zu beantworten wird häufig Greg Glassman, Gründer der CrossFit Inc., zitiert: „Eat meat and vegetables, nuts and seeds, some fruit, little starch and no sugar.“ Während also Fleisch, Gemüse und Nüsse bevorzugt werden, soll Obst nur in Maßen und so wenig Zucker wie möglich konsumiert werden. Dies deckt sich in etwa mit den grundlegenden Zutaten zur Paleo-Ernährung, die zusätzlich zu Fleisch und Gemüse noch Fisch und Eier ergänzt sowie stark auf Fette aus Quellen wie Olivenöl und Avocados ausgerichtet ist. Eine Faustregel lautet, dass die typischen Sättigungsbeilagen bei großen Mahlzeiten wie Kartoffeln, Produkte aus Hartweizengrieß und Reis weggelassen werden.

Der Grundgedanke ist also die Bevorzugung von Fetten und Proteinen und das Reduzieren von Kohlenhydraten.

Anders ausgedrückt werden Kohlenhydrate als Energielieferant durch die vermeintlich höherwertigen Energiequellen in Form von Fetten ersetzt. Dadurch soll die Leistungsfähigkeit erheblich gesteigert werden. Die passende Sportnahrung zur Ergänzung kann man mit einem Gutschein von MIC´s Body Shop online bestellen.

Was die Menge angeht, setzt die Paleo-Formel keine echten Grenzen. Wer sich auf Glassman beruft, bekommt diese Antwort: „Keep intake to levels that will support exercise but not body fat.“ Priorität hat also die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit. Die Menge soll demnach nur reduziert werden, wenn sich das Körpergewicht erhöht, ohne dass sich zugleich die Trainingsresultate verbessern: schneller, kräftiger, ausdauernder.

Fett versus Kohlenhydrat als Energieträger

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Dreh- und Angelpunkt der Paleo-Ernährung ist die bessere Regulierung der Insulinausschüttung. Kohlenhydrate, vor allem aus Getreideprodukten, erhöhen den Blutzuckergehalt, auch bezeichnet als Glucosekonzentration, sehr stark. Bei einer kohlenhydratreichen Ernährung steigt der Zuckergehalt im Blut nach einer Mahlzeit so stark an, dass der Körper mit der Ausschüttung von Insulin reagiert. Insulin bewirkt, dass der Zuckergehalt wieder gesenkt wird, indem es die Aufnahme der Glucose in die Muskulatur und in die Fettzellen beschleunigt. Zwar ist die schnelle Aufnahme positiv für die Leistungsfähigkeit, wirkt aber erstens nur kurzfristig und verringert zweitens die Energiegewinnung aus Körperfett und dem Fett aus der restlichen Nahrung.

Dass Insulin sehr zuverlässig arbeitet, ist vielen Sportlern als der sogenannte Hungerast bekannt. Vor einer sportlichen Aktivität werden oftmals reichlich Kohlenhydrate zugeführt, die zwar sehr schnell Energie zur Verfügung stellen, die aber dank Insulin ebenso schnell wieder verbrannt ist und einen Heißhunger erzeugt. Der Blutzuckerspiegel wird durch Insulin und körperliche Belastung so stark gesenkt, dass der Körper mit dem Verlangen nach Zucker reagiert – ein Teufelskreis.

Problematisch ist also nicht die Insulinausschüttung an sich, sondern eine dauerhaft erhöhte Insulinausschüttung und die damit verbundene Unterdrückung der Energiegewinnung aus Fett. Verfechter der Paleo-Ernährung sehen in der dauerhaft erhöhten Insulinausschüttung den Auslöser für klassische Zivilisationskrankheiten. Als gesundheitliche Folgeerscheinungen werden unter anderem Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Diabetes Typ 2 sowie psychologische Ungleichgewichte bis hin zu Depression genannt. Das Auftreten dieser Zivilisationskrankheiten wird damit erklärt, dass der menschliche Körper im Wesentlichen noch so funktioniert wie vor 10.000 Jahren und dass die Veränderung in der Ernährungsweise durch hochgradig verarbeitete Lebensmittel mit hohem Zuckergehalt nicht (mehr) den natürlichen Körperfunktionen entspricht.

Was ist CrossFit?

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CrossFit ist weniger eine Sportart, als eine Methode, seine Trainingseinheiten zu strukturieren. Die drei Grundprinzipien sehen vor,

  • dass die zahlreichen Übungen für jede Trainingseinheit neu kombiniert werden,
    (constantly varied …)
  • dass die Trainings aus hochgradig funktionalen Bewegungen bestehen
    ( … functional movements …)
  • und dass diese funktionalen Bewegungen in hoher Intensität durchgeführt werden.
    (… performed at relatively high intensity).

Das generelle Ziel ist das Erreichen einer Fitness, die alle Bereiche der menschlichen Physis umfasst. Die Trainingseinheiten setzen sich daher grob aus drei Komponenten zusammen. Während die Elemente aus der Leichtathletik vor allem auf Ausdauer abzielen, trainieren die Übungen aus dem Gewichtheben in erster Linie Kraft und Kraft-Ausdauer. Hinzu kommt Gymnastik und Turnen, wo einerseits Beweglichkeit und Koordination geschult werden und andererseits viele Grundelemente, Stützübungen und Übungen mit dem eigenen Körpergewicht entlehnt sind. Abgesehen von der Rudermaschine findet CrossFit nicht an Geräten statt, sondern die Übungen werden frei ausgeführt, was dem Gedanken des Ganzkörpertrainings am besten entspricht.

Die Verbindung von CrossFit und Paleo

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Betrachtet man die Ziele der CrossFit-Trainingsmethode, wird schnell deutlich, dass sich CrossFit an einem Fitnessideal orientiert, wie es dem Urmenschen einst das Überleben ermöglichte. Schnell und über lange Strecken laufen, schwere Gegenstände heben und bewegen sowie permanent auf unerwartete Situationen vorbereitet sein und sie mit hervorragender Physis meistern. In den hochentwickelten Ländern haben neben Sportlern im Allgemeinen, allenfalls bestimmte Berufsgruppen vergleichbare Anforderungen an die körperliche Leistungsfähigkeit. CrossFit ist daher auch als Training für Militär sowie für Einsatzkräfte der Feuerwehr und Polizei etabliert, wo der menschliche Körper beweglich, schnell und kraftvoll sein muss, um auch gefährlichste Situationen zu meistern.

Leitfrage bei der Suche nach der perfekten Ernährungsweise ist für CrossFitter und andere Athleten die Frage, wie dem Körper a) die maximale Energie zugeführt wird, ohne dass sich b) ernährungsbedingte Krankheiten entwickeln. Paleo-Anhänger gehen davon aus, dass die zuckerreiche Ernährung der Moderne nicht die optimale Energiezufuhr darstellt und orientieren sich daher an einer Zeit, in der Ernährung und körperliche Fitness mutmaßlich enger verknüpft waren, als dies heute der Fall ist. Diese Ernährung stützt sich hauptsächlich auf hochwertige Fette als Energielieferanten.

Ist Paleo die richtige Ernährung für mich?

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Wer seine Ernährung in Bezug auf sportliche Leistungsfähigkeit optimieren will, kann letztlich nur verschiedene Varianten testen. Paleo wird empfohlen, wenn viel Energie für sportliche Aktivität benötigt wird und zugleich Körperfett reduziert werden soll. Bei Sportlern mit geringem Körperfettanteil und konstant hoher Belastungsintensität, wird eine Paleo-Ernährung mit einer etwas erhöhten Kohlenhydratzufuhr empfohlen. Eine solche Kombination findet sich beispielsweise in der Zone-Ernährung. Sie verbindet die möglichst unverarbeiteten, hochwertigen Lebensmittel des Paleo-Prinzips mit einem gewissen Anteil an Energie durch Kohlenhydrate. Die Verteilung wird mit 30 % Proteinen, 30 % Fetten und 40 % Kohlenhydraten für jede einzelne Mahlzeit angegeben.

Bei der Umstellung auf Fett als primärem Energielieferant, berichten Paleo-Anhänger zunächst von kleinen Begleiterscheinungen, dem Carb-Kater. Grund ist, dass der Körper zunächst bestimmte Enzyme aufbauen muss, die jetzt wieder verstärkt benötigt werden. Eine solche Umstellung der Ernährung kann nach diversen Erfahrungsberichten zwischen 1 und 4 Wochen in Anspruch nehmen. Als Anhaltspunkt beim Testen einer dieser Ernährungsweisen können folgende Fragen dienen:

  • Habe ich genug Energie für meine Trainingseinheiten und für meine täglichen Aufgaben?
  • Wie verändert sich mein Körpergewicht? Werde ich schwerer und zugleich muskulöser und kräftiger? Oder lege ich nur Gewicht zu ohne dass sie meine Leistung verbessert?
  • Komme ich mit meinen Mahlzeiten gut über den Tag oder plagen mich Hungerattacken?
  • Besonders bei fettreicher Ernährung: Weist mein Blut einen erhöhten Cholesterinspiegel auf?

Viel Spaß und Erfolg im Training!

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