Gute Fette, schlechte Fette, gesunde Fette: Warum der Körper das Fett benötigt

Das Wort „Fett“ ist im Rahmen unserer Ernährung zu einem echten Reizwort geworden. Ich habe das Gefühl, dass im Laufe der letzten Jahrzehnte eine Art Gehirnwäsche stattgefunden hat, die diesem Wort das schlechteste Image im Zusammenhang mit einer gesunden Ernährung gegeben hat, die man sich nur vorstellen kann!

Der folgende Artikel wird von einigen Lesern ein komplettes Umdenken erfordern, denn bei den meisten von uns ist es Teil unserer Erziehung, Fett als etwas sehr Negatives zu sehen.

Fett macht schlank, Fett macht stark!

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Eine komplett fettfreie Ernährung wäre die ungesündeste, die man wählen kann.

Begeben wir uns zur Erklärung in den Bereich der menschlichen Geschichte: Der Urzeit- Mensch hatte eine durchaus bessere Konstitution als der heutige Homo Sapiens. Er hatte einen stärkeren Knochenbau, mehr und stärkere Muskulatur und ein leistungsfähigeres Herz. Der Grund dafür war seine Ernährung. Sie bestand zum größten Teil aus Fetten und Proteinen, nämlich aus Fleisch, fettem Fleisch.

In schlechten Zeiten musste er auf Kohlenhydrat (Zucker)-arme Wurzeln oder Beeren zurückgreifen. Ein paar Schlaue werden nun sagen, dass seine Lebenserwartung ja auch nicht besonders hoch war. Tatsächlich war der Steinzeit Mensch mit 30 schon Nahe am Ende seiner Lebenszeit. Das lag aber eher an den widrigen Umständen, mit denen er zu kämpfen hatte.

Ein heutiges Weichei, so wie wir, hätte unter denselben menschenfeindlichen Bedingungen, keine 2 Wochen überlebt.

Die amerikanischen Ureinwohner, die Rede ist von Winnetou und Co, waren für ihre Ausdauer und Kraft, als Krieger und Jäger gefürchtet. Wenn sie einen Büffel erlegt haben, wurde zuerst das fette Fleisch verarbeitet und verzehrt, denn das magere, was wir so toll finden, war einfach kein guter Energiespender. Die Filetstücke wurden eher als Abfall Produkt gesehen, und daraus wurde Trockenfleisch für schlechte Zeiten gemacht.

Ein drittes Beispiel zur Verwirrung: Es gibt heute noch einen Stamm der Eskimos, die Inuiten, die noch genauso urwüchsig leben, wie vor tausenden von Jahren.

Sie ernähren sich ausschließlich von fettem Fisch, Wal- und Robbenfleisch. Es gibt in diesem Stamm weder Herzinfarkte noch Schlaganfälle. Dazu herrscht ein durchschnittliches Überlebensalter von 100 Jahren! Wer meint, die Lebensbedingungen für diese Menschen wären leicht, der sollte noch mal schnell einen Atlas aufschlagen.

Diese drei Beispiele sollen zeigen, dass sich die fittesten und gesündesten Menschen, in der menschlichen Geschichte zu 60-80% von Fetten ernährt haben.

Natürlich sollten wir schlaffen Großstadtmenschen diese Form der Ernährung nicht nachahmen, denn unser Kalorienverbrauch ist natürlich um einiges niedriger, als der eines Kriegers oder Jägers, der täglich um sein Leben kämpft. Wir können aber zumindest daraus lernen, dass das Übel in unserer Physiologie mit Sicherheit nicht dem Fett zuzuschreiben ist.

Die verschiedenen Formen von Fetten

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Es gibt verschiedene Formen von Fetten. Einmal die tierischen und zum zweiten die pflanzlichen.

Das Gewinnen von pflanzlichen Fetten ist dem Menschen erst kurz vor Christi gelungen. Oliven und Leinöl sind bis heute gängige pflanzliche Fette, die reich an so genannten Omega3-6 Fettsäuren sind. Ich werde auf die chemische Struktur der Fette nicht weiter eingehen, aber zur Erklärung sei gesagt, dass wir ab der Stufe Omega 6 herzlich wenig mit den Fetten anfangen können.

Heute werden die lustigsten Öl Sorten hergestellt. Sie sind wahnsinnig teuer, und gehen über Omega 12 Fettsäuren weit hinaus. Das heißt unser Körper kann damit nichts anfangen!

Hier also der erste umsetzbare Tip: Bleiben Sie beim guten alten Oliven-, Lein- oder, wenn es geschmacksneutral seien soll, beim Rapsöl.

Wer sich einen gesunden Salat machen möchte, der sollte auf ein paar Löffel Öl nicht verzichten, denn ein viertel der Vitamine im Salat sind fettlöslich.

Die tierischen Fette finden wir in:

  • Fleisch
  • Fisch
  • Eiern
  • Milchspeisen

Hierbei handelt es sich hauptsächlich um ein bis zweifach ungesättigte Fettsäuren, wenn ein Tier artgerecht gehalten wurde! Beim Fisch gehen die Fettsäuren bis Omega 6. Da wir nicht so einen hohen Kalorienverbrauch haben, wie ein Steinzeitmensch, sollten wir von diesen Fettsorten nicht übermäßig viel verzehren, wir sollten aber auf keinen Fall ganz darauf verzichten. Diese Formen der Fettsäuren stärken unser Immunsystem, bescheren einen höheren und stabileren Testoteronhaushalt (Kraft) und so genannte enthaltene CLA- Fette sorgen für eine bessere Fettverbrennung. Fett macht tatsächlich schlank.

Es gibt allerdings eine Form von Fett, die unbedingt zu Vermeiden ist. Das sind so genannte Transfette. Hierbei handelt es sich um künstlich gehärtete Fette, die in frittierten Speisen, Schokolade, Chips und Fertiggebäck vorkommen. Diese Fette machen Fett und verstopfen uns die Gefäße. Ein typischer Grund für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Von dieser Art von Fett müssen Sie unbedingt die Finger lassen.

Arnold Schwarzenegger hat als eine seiner ersten Amtstaten, als Gouverneur von Californien, dafür gesorgt, dass Transfette auf Nahrungsmitteln für den Verbraucher erkennbar gemacht werden müssen. Ja muss denn hier in Deutschland auch erst ein Mr. Universum Politiker werden, damit ein Gift kenntlich gemacht wird?

Dieser Artikel ist eine echte Bedrohung für einen großen Teil der Nahrungsindustrie. Wenn ich so durch die Einkaufsläden schlendere, wundere ich mich immer wieder, dass auf der Hälfte der Produkte das schicke Wort „Diät“ steht. Die Amerikaner haben in den Siebzigern mit diesem Trend begonnen. Den Nahrungsmitteln wurde der natürliche Fettgehalt entzogen, und dieser wurde durch Kohlenhydrate, also Zucker ersetzt, denn man brauchte ja einen anderen Geschmacksträger.

Was Amerika gut findet, braucht nicht lange, um in Deutschland dieselbe Hysterie auszulösen. Also Fazit dieser Geschichte ist, dass Amerika die fettesten und dicksten Menschen der Welt beherbergte, obwohl es doch fast nur noch Diät Produkte gab. Mittlerweile hat man erkannt, dass nicht das Fett der Übeltäter war, sondern die große Menge an Kohlenhydraten.

Deutschland wird es dann zeit versetzt auch einsehen, hat Amerika mittlerweile aber im Schnitt der Übergewichtigen überholt. Glauben Sie mir, die Vollmilch, der Käse oder der natur belassene Joghurt ist deutlich gesünder, als seine fettarmen Varianten.

Versuchen wir aus dieser langen Geschichte nun einige einfache aber brauchbare Regeln aufzustellen:

  1. Tierische Fette im übermäßigen Verzehr vermeiden aber nicht ganz darauf verzichten. In der Realität heißt das, einfach das sichtbare Fett abschneiden.
  2. Fischfette reinigen unsere Gefäße und Arterien. Wer kein Fischfan ist, sollte darüber nachdenken, diese vielleicht in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zu supplementieren.
  3. Ein Salat ohne Öl ist nur ein halber Salat.
  4. Transfette auf jeden Fall vermeiden!
  5. Fett verbrennt Fett: CLA

Viel Spaß und Erfolg im Training!

18 Antworten auf „Gute Fette, schlechte Fette, gesunde Fette: Warum der Körper das Fett benötigt“

  1. Hallo!
    Hab schon viele deiner Artikel gelesen, aber noch keiner hat mir bisher so gut gefallen das er mir fast eine Gänsehaut beschert hat. Ich mach gerade ein Fernstudium zum Ernährungstrainer und stehe voll hinter deinen Aussagen. mach weiter so, einfach Klasse. Übrigens einer, wenn nicht der Beste Fitness-Blog überhaupt.
    Gruß Stefan

  2. Da hast du Recht Sabine. Meine Tochter zum Beispiel hat Angst, dass sie zunimmt und auch keine Soße zum Salat. Ich kann sie nicht überzeugen, dass ein bisschen Fett sein muss.

  3. Hallo Stefan,

    wow, danke für dein Lob und super Feedback 🙂 Freut mich das sich die Arbeit an diesem Blog auszahlt, indem ich den Lesern einen Mehrwert biete und die Artikel auch wirklich informativ und nützlich sind.

    Viel Erfolg mit deinem Fernstudium 🙂

  4. Hallo Anke,

    das kenne ich zu gut 😉 Eine gute Freundin ernährt sich in bestimmten Phasen auch nur von Salat und achtet darauf so gut wie möglich auf alles fetthaltige zu verzichten… warum das nicht sehr sinnvoll ist, kann man ja im Artikel nachlesen.

    Viele Grüße

  5. Hi ich habe eine Frage, wie viel Fett sollte denn prozentual mindest zugeführt werden? 20% der täglich aufgenommenen Energie? Ist das Verhältnis von Omega6 zu Omega3 nicht ebenso wichtig?

    Gruß

    cp3

    1. Hallo CP3,

      nicht mehr als 30 Prozent des gesamten Bedarfs an Energie sollen durch Fett bereit gestellt werden. Dies sind pro Tag höchstens 60g Fett. Fette finden sich vor allem in tierischen Lebensmitteln wie Butter, Wurst, Käse und Fleisch sowie in pflanzlichen Ölen, Schokolade, Chips oder Nüssen.

  6. Hi Tobi,

    sollte man nicht lieber bei der Aussage 30% bleiben!?!
    Bei 3000kcal sind 30% 96g. Also deutlich über 60g. Oder sind 60g Fett so oder so die Höchstmenge?

    Gruß

    CP3

  7. Hallo Tobias,
    dein Artikel hat mir sehr gefallen. Allerdings verwirrt mich, dass CLA-Fette einerseits so gut und gesund sein sollen, andererseits aber zu den bööösen Transfetten gehören.??!! Gut oder böse ?
    Gruß Ede

  8. Pingback: Anonymous
  9. Ich ernähre mich nun seit 5 Wochen No Carb. Ich esse nur Fleisch ( Huhn, Rind, Schwein. Frisch unbehandelt ) Käse, viele Eier und Thunfisch. Ich fühle mich extrem gut. Habe sehr sehr sehr viel Energie ( vorher träge und faul ). Das Köpferfett verschwindet konstant. Zudem treibe ich jeden Tag 60 Min. Kraftsport. Zwar minimal, aber leichte Erfolge sind vorhanden. Und ganz wichtig. Das Köperfett verschwindet. 1A. Artikel übrigens klasse.

  10. Hey danke für den tollen Artikel. Was ist eigentlich mit Nahrungsergänzunhsmittel, wie bspw den weight gainer, welcher bei mir im Regal steht. Von dem trinke ich täglich ca 0,5 Liter( vollmilch + gainer pulver).
    Was sagst du?
    Danke im Voraus 🙂

  11. Hi Tobias,
    Ich muss wirklich sagen, der Artikel zu den Fetten, die heute hauptsächlich in unserer Gesellschaft konsumiert werden, ist wegweisend, man kann an sich wirklich viel aus deinen Artikeln lernen, verinnerlichen und anwenden, zudem, wenn man sich auch sonst mit Biologie, Chemie und Sporttheorie beschäftigt.
    Thore

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