Die 10 größten Fitness Lügen und Irrtümer zum Thema Training und Ernährung

„No sports“ heißt ein berühmtes Zitat von Winston Churchill, nur so habe er sein hohes Alter erreicht. Wissenschaftliche Studien haben aber tausendfach bestätigt, dass Sport positive Auswirkungen auf den Körper hat. Die Wissenschaft und der Volksmund haben aber auch immer wieder in ihren gesundheitlichen Empfehlungen, was Ernährung und Sport anbetrifft, geirrt.

So ist im Laufe der Jahre eine Fitness Lüge nach der anderen entstanden. Hier sind die 10 größten Fitness Lügen in einer Zusammenfassung.

Fitness Lüge Nr. 1: Krafttraining ist nichts für Frauen

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Dieser Fitness Irrtum beruht auf der Überzeugung, dass Krafttraining automatisch dicke Muskelpakete erzeuge – egal ob bei Mann oder Frau.

Eine Frau, die im Fitness-Studio auf Kraft trainiert, müsse über kurz oder lang aussehen wie Arnold Schwarzenegger. Frauen müssen jedenfalls keine Angst vor dicken Muskeln haben, denn dies ist eine Fitness Lüge. Sie neigen allgemein nicht zu großen Muskelpaketen und können durch Stretching nach dem Training zusätzlich dafür Sorge tragen, dass die Muskeln schön schlank bleiben.

In dem Artikel Frauen trainieren falsch! Unterschiede im Muskelaufbau Training von Mann und Frau habe ich bereits erklärt, warum auch Frauen zur Hantel greifen sollten.

Fitness Lüge Nr. 2: Joggen macht die Gelenke kaputt

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Gerade als Anfänger bekommt man beim Joggen oft den Eindruck, dass die Gelenke zu sehr strapaziert würden. Aber sogar das Joggen auf Asphalt schadet den Gelenken grundsätzlich nicht (eine weitere Fitness Lüge). Sind die Gelenke jedoch noch nicht an das Laufen und die entsprechende größere Belastung gewöhnt, sollte man die Sache lieber langsam angehen und keine Schmerzen riskieren.

Verschleißerscheinungen sollten bei Freizeitsportlern nicht auftreten – und das ist kein Fitness Irrtum!

Fitness Lüge Nr. 3: Jeder Sportler braucht Nahrungsergänzungsmittel

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Auch dieser Fitness Irrtum widerspricht dem gesunden Menschenverstand.

Isotone Getränke und Eiweißpulver zur Nahrungsergänzung sind für Freizeitsportler in der Regel nicht notwendig. Um ausgeschwitzte Mineralien zu ersetzen, reichen Mineralwasser oder stark verdünnte Apfelschorle völlig aus. Die Industrie für Nahrungsergänzungen hat hier ganze Arbeit geleistet, den sportlich Aktiven einzureden, sie bräuchten ihre Produkte.

Bei Hochleistungssportlern hingegen muss diese Fitness Lüge rehabilitiert werden: Hier kann der Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll sein und helfen, die nötige Anzahl an Kohlenhydraten und Proteinen heran zu schaffen.

Fitness Lüge Nr. 4: Nur Untrainierte schwitzen stark

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Das Schwitzen ist im Alltag ein Zeichen für Schwäche und Überforderung. Beim Sport schwitzt jedoch jeder, denn der Schweiß dient der Kühlung des erhitzten Körpers. Schwitzen ist also eine Notwendigkeit und nicht, wie dieser Fitness Irrtum vermuten lässt, ein Zeichen für eine unzureichende Kondition. Wie stark Du schwitzt, ist individuell verschieden und eine Veranlagungssache. Es kann also durchaus sein, dass ein gut trainierter Sportler mehr schwitzt als ein Anfänger.

Fitness Lüge Nr. 5: Kein Sport während der Schwangerschaft

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Die Schwangerschaft ist eine anstrengende Zeit, in der man auf seinen Körper hören und sich bei Bedarf schonen sollte. Soweit stimmt dieser Fitness Irrtum. Es ist jedoch eine Fitness Lüge, dass Schwangere sich überhaupt nicht mehr bewegen sollen. Jegliche Art von leichter Bewegung ist positiv zu bewerten.

Empfehlenswerte Sportarten für Schwangere sind u.a.:

  • Schwimmen
  • Laufen
  • Walken
  • Yoga

Bleiben Frauen durch ihre Schwangerschaft hindurch fit, kommen sie auch nach der Geburt wieder schneller in Form.

Fitness Irrtum Nr. 6: Fettverbrennung erst nach 30 Minuten

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Dieser Fitness Irrtum geht auf die Kappe der Wissenschaftler. Die Fettverbrennungskurve steigt zwar nach circa 20 Minuten an. Es wird aber auch schon vorher Fett verbrannt und sogar, wenn seit dem Sport schon einige Stunden vergangen sind, verbrennt der Körper entgegen dieser Fitness Lüge mehr Kalorien als sonst.

Fitness Irrtum Nr. 7: Mit Sit-ups zum Sixpack

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Auch dies ist leider eine Fitness Lüge. Es ist nicht möglich, gezielt an den Problemzonen Fett zu verbrennen.

Der Umsatz des Körpers kann zwar allgemein durch Sport gesteigert werden, aber das Fett schmilzt nicht unbedingt an den gewünschten Stellen. Deshalb wird man mit 100 Situps täglich auch keine starke Bauchmuskulatur aufbauen. Für ein ausgeprägtes Sixpack muss daher der ganze Körper und somit alle Muskelgruppen trainiert werden. Wie genau zeigt das Sixpack Erfolg Komplettpaket.

Fitness Irrtum Nr. 8: Stretching ist Pflicht

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Stretching wird mittlerweile nicht mehr als Pflicht vor dem Sport angesehen. Natürlich sollte man sich aufwärmen für den Sport, aber extra Stretching ist entgegen diesem Fitness Irrtum nicht vonnöten. Ein weiterer wissenschaftlicher Fitness Irrtum, der lange Zeit propagiert wurde und nun verworfen ist.

Fitness Irrtum Nr. 9: Einmal in der Woche trainieren bringt nichts

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Dies ist eine Fitness Lüge, die Anfänger ausbremst. Es ist aber tatsächlich besser, einmal die Woche zu trainieren, als gar nicht. Völlig Untrainierten kann dies sogar den Wiedereinstieg in den Sport erleichtern.

Fitness Irrtum Nr. 10: Muskelkater ist ein gutes Zeichen

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Ein großer Fitness Irrtum ist, dass Muskelkater am Ende eines guten Trainings stehen müsse.

Muskelkater ist ein Zeichen der Überbeanspruchung eines Muskels. Es entstehen kleine Risse in den Muskelfasern, die die Schmerzen auslösen. Diese Fitness Lüge fördert eine schädliche Wirkung auf die Muskulatur. Passende Artikel dazu findest du hier: Wenn der Muskel brennt! Der Muskelkater und Tipps für ein Training ohne Muskelkater und Die Entstehung von Muskelkater und was man dagegen tun kann.

8 Antworten auf „Die 10 größten Fitness Lügen und Irrtümer zum Thema Training und Ernährung“

  1. Hallo,

    interessanter Artikel. Ich habe schon von einigen Fitnessirrtümern gehört aber einige habe ich auch noch nicht gekannt. Vielen Dank für die guten Informationen. Es lohnt sich immer wieder Deine Artikel zu lesen.

    Gruss
    Jörg

  2. Es wäre schon, wenn du auch Quellen für deine „Behauptungen“ angeben könntest. Oder zumindest öfter eine ausführliche Erklärung. Denn genau so entstehen diese Lügen und Gerüchte – man spricht von „gefährlichem Halbwissen“ 😉

    Das will ich dir nicht unterstellen, da du doch immer sehr kompetent und informativ berichtest. Großes Lob hierzu! Aber allgemein solltest du dies vielleicht ein mal bedenken.

  3. wissenswerter artikel ! schön geschrieben und sehr informationsreich.super gemacht,dass man auch direkt auf andre artikel ,durch links,hingewiesen wird.
    kannte schon einige irrtümer,allerdings nicht alle 🙂

  4. Ich finde es immer wieder lustig, zu sehen, wie viele verschiedene Meinungen im Internet kursieren – wem soll man da glauben?

    Meiner Meinung nach hilft nur ausprobieren und für sich selbst den besten und damit richtigen Weg finden. Ich für mich finde zum Beispiel, dass aufwärmen nichts bringt. Ich setz mich lieber 30 min in die Physiothermkabine, dann sind die Muskeln auch warm und dann geh ich trainieren. Wenn ich normal aufwärme hab ich nachher viel wahrscheinlicher einen Muskelkater, aber die Fortschritte werden keinen Deut besser und verletzt hab ich mich so auch noch nie.
    Stretching vorm Training finde ich ohnehin sinnlos, nachher jedoch schon – vor allem wenn man sehnig und nicht aufgepumpt aussehen will, was ich ehrlich gesagt bevorzuge. Macht den Muskelkater zudem auch weniger stark.

    Und in Sachen gezielter Sixpack:
    Wenn man Sit-ups macht, bekommt man einen Sixpack. Punkt. Nur ob man ihn sieht, ist eine Frage davon, ob noch Fett drüber ist und wo das genau verbrannt wird, kann man eben nicht bestimmen. Gezielter Muskelaufbau also ja, gezielte Fettverbrennung nein. Ich werde von Beinpressen keinen Sixpack bekommen, egal, wie viele ich mache.

  5. zu 7.
    „Deshalb wird man mit 100 Situps täglich auch keine starke Bauchmuskulatur aufbauen“

    äähhh… doch, genau das! die muskulatur wird man genau damit aufbauen, bloß ob man den sixpack sieht oder nicht, ist eine andere frage.

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