Sportmythen übers Schwitzen: Wer beim Sport viel schwitzt, ist nicht in Form?

Beim Sport und intensiver Bewegung kommt unser Körper schnell ins Schwitzen. Ein völlig normaler Prozess, der nichts – wie häufig angenommen – über den angeblich schlechten Trainingszustand des Sportlers aussagt. Ganz im Gegenteil: Geübte Sportler Schwitzen effektiver, schneller und auch mehr als Ungeübte.

Warum Schwitzen für den Körper überhaupt wichtig ist, was Du gegen zu viel Schweiß tun kannst und welche falschen Weisheiten sonst noch über das Schwitzen kursieren, erfährst Du in diesem Artikel.

Wozu der ganze Schweiß?

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Wir schwitzen, um überschüssige Wärme abzugeben und die Körpertemperatur zu regulieren. Jede Bewegung, die wir ausführen, wird in Wärme umgewandelt. Um den Körper abzukühlen, produziert der Körper Schweiß in den bis zu vier Millionen Schweißdrüsen, die sich in der Haut befinden.

An die Hautoberfläche gelangt, verdunstet Schweiß an der Luft und sorgt für die nötige Abkühlung.

Dieser Vorgang wird auch als Verdunstungskühlung bezeichnet. Gäbe es kein solch ausgeklügeltes Kühlsystem würde unser Körper die normale Körpertemperatur von 37 Grad Celsius schnell überschreiten und überhitzen.

Schwüles Wetter kurbelt die Schweißproduktion an

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Bei schwüler Witterung schwitzt der Körper im Vergleich tatsächlich mehr als bei warmen Temperaturen mit trockener Luft. Der Körper versucht die Körpertemperatur durch die verstärkte Schweißproduktion zu senken.

Schwüle geht mit hoher Luftfeuchtigkeit einher. Die wiederrum bewirkt, dass der Schweiß auf der Haut langsamer verdunstet und der Kühleffekt nicht so schnell einsetzt. Folglich schwitzt der Körper noch mehr, um diesen Zustand auszugleichen.

Flüssigkeit durch das Trinken von Isodrinks ausgleichen?

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Isotonische Drinks gibt es viele. Sie versprechen Sportlern die schnelle Aufnahme von Mineralstoffen, Kohlenhydraten und Vitaminen. Zudem sorgen Sie für den Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes, der durch das Schwitzen entsteht.

Isotonisch bedeutet „gleicher Druck“, das Verhältnis von Nährstoffen zur Flüssigkeit entspricht dem des menschlichen Blutes.

Wer sich normal sportlich betätigt oder Kraftsport betreibt, benötigt nicht zwangsläufig Isodrinks. Wichtig ist für einen Flüssigkeitsausgleich zu sorgen und auch während des Trainings zu trinken. Isotonische Getränke sind vornehmlich für Leistungssportler interessant, die neben ihrem Flüssigkeitsbedarf gleichzeitig einen erhöhten Kalorienbedarf haben.

Schwimmer schwitzen im Wasser nicht

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Lange Zeit ging man davon aus, dass Schwimmer im Wasser nicht schwitzen. Doch das stimmt nicht. Nur weil man es mit dem Auge nicht unterscheiden kann, heißt es nicht, dass im Wasser nicht geschwitzt wird.

In einer Studie mit Leistungsschwimmern wurde nachgewiesen, dass diese beim Schwimmen etwa 300 ml Schweiß in der Stunde produzierten. Dabei hatte weder das Geschlecht, noch das Körpergewicht einen Einfluss auf die Schweißabgabe.

Nur wer beim Sport viel schwitzt nimmt auch ab

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Nein. Es besteht kein Zusammenhang zwischen Schweißproduktion und Fettverbrennung. Beim Schwitzen verliert der Körper lediglich Wasser, um die Körpertemperatur auf einem normalen Niveau zu halten.

Aber: Zu viel Wasserverlust kann auf Kosten der Leistung gehen und Sportler müssen mit Leistungseinbußen rechnen. Daher solltest Du immer für genügend Nachschub sorgen und während des Trainings ausreichend trinken.

Schwitzt man bei einer Testosteronkur mehr?

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Ja, bei einer Testosteronkur ist mit Nebenwirkungen zu rechnen, da künstlich in den Hormonhaushalt eingegriffen wird. Die Einnahme kurbelt den Stoffwechsel an und dies wiederum führt zu einem schnelleren Herzschlag und auch zum vermehrten Schwitzen.

Die Schweißausbrüche beschränken sich dabei nicht auf einen bestimmten Bereich, sondern können am gesamten Körper auftreten. Viele leiden bei einer Testosteronkur auch unter Nachtschweiß. Wie stark die Nebenwirkungen unter der Einnahme sind, hängt vom jeweiligen Präparat ab. Auf jeden Fall sollte man vor einer geplanten Kur, Nutzen und Risiken genau gegeneinander abwägen.

Rasierte Achselhöhlen dämmen den Schweiß ein

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Leider nein. Rasierte Achseln haben keinen Einfluss auf die Aktivität der Schweißdrüsen. Einziger Vorteil: Der Schweiß fängt nicht so schnell an zu riechen. Frischer Schweiß ist geruchsneutral. Erst die Zersetzung durch Bakterien lässt unangenehmen Schweißgeruch entstehen.

Mit Entfernung der Achselhaare wird auch die Oberfläche geringer, an die sich die Bakterien anheften können. Folglich sind weniger Bakterien vorhanden, die den Schweiß zersetzen und für den typischen Schweißgeruch sorgen.

Wie kann man sich vor heftigen Schwitzattacken schützen?

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Ein paar nützliche Tipps können die Schweißproduktion reduzieren oder zumindest dazu führen, dass Sie sich wohler in Ihrer Haut fühlen:

  • Kleidung: Tragen sie luftige Kleidung aus Baumwolle oder Leinen. Wer auf Synthetikfasern nicht verzichten möchte, sollte darauf achten, dass diese atmungsaktiv sind.
  • Ernährung: Scharfe und salzige Speisen meiden, sie kurbeln die Schweißproduktion an. Lieber auf viel Obst, Gemüse und Milchprodukte zurückgreifen, anstatt zu viel Fleisch und Wurst zu essen. Zuviel Kaffee, Alkohol und Nikotin kann ebenfalls die Schweißproduktion ankurbeln.
  • Bewegung: Sport und Bewegung halten Herz und Kreislauf fit. Dabei spielt es keine Rolle für welche Sportart Sie sich entscheiden. Wichtig ist, dass Sie es regelmäßig und mit Spaß tun. Ein trainierter Körper schwitzt effektiver und auf Dauer lassen ungewollte Schweißausbrüche nach.
  • Saunagänge und Wechselduschen: Haben einen ähnlichen Effekt wie Bewegung und Sport. Die Durchblutung wird angekurbelt und der Körper lernt die Schweißdrüsen kontrollierter zu nutzen. Dadurch wird auch im normalen Alltag weniger geschwitzt.
  • Salbei Tee: Das Trinken von Salbeitee kann ebenfalls zu weniger Schweißbildung führen. Für eine Salbeitee-Kur sollten Sie täglich über den Tag verteilt einen Liter Salbeitee trinken und das zwei Wochen lang. Dazu können sie Salbeitee in Beuteln oder aber auch Salbeiblätter verwenden.

Viel Spaß und Erfolg im Training!

Eine Antwort auf „Sportmythen übers Schwitzen: Wer beim Sport viel schwitzt, ist nicht in Form?“

  1. Die Sauna soll hier wohl tatsächlich sehr förderlich sein. Schaut man sich an was während eines Saunaganges im Körper passiert klingt, dass schon plausible. Der Körper trainiert! Der Kreislauf wird angekurbelt. Jedoch muss man sich klar sein, dass das Ganze nicht nach 2-3 Besuchen in der Sauna abläuft. Dauert sicherlich seine Zeit.

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