Fit mit Rollen: vom Longboarding über Inline-Skating bis hin zum Einradfahren

Das Longboard ist der neueste Trend auf Rollen, aber auch Inline-Skaten erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Etwas spezieller ist da schon das Einradfahren. Wir haben uns die Rollsportarten für Dich mal näher angeschaut und auf ihren Fitnessfaktor gecheckt!

Retrotrend Longboard

Das Longboard ist eigentlich ein Vorgänger des bekannten Skateboards. Es ist länger als sein Nachfolger und hat dementsprechend einen größeren Achsenabstand. Normalerweise ist es zwischen 90 und 150 cm lang, es gibt aber auch Modelle mit über 190 cm. Die Rollen von Longboards sind ebenfalls größer als die des Skateboards und zudem aus weicherem Polyurethan. Dadurch können Stöße besser absorbiert werden und das Longboard eignet sich perfekt für Fahrten über unebenen Untergrund. Auch die Fahrstabilität ist dadurch – in Kombination mit dem vergrößerten Achsenabstand – bei höheren Geschwindigkeiten besser.
Mittlerweile feiert das Longboard ein Comeback – vor allem in den USA, Kanada und der Schweiz. Es gibt verschiedene Ausführungen der Boards je nach bevorzugter Fahrtechnik. Vom Freestyleskaten, Sliden oder Carven über Slalom, Dancing und Long Distance Pumping bis zum Downhill und Hippie Jump gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich mit dem Board auszutoben. Stunts auf der Halfpipe oder auf offenerer Straße inklusive. Natürlich kannst Du aber auch einfach das lässige Surf-Feeling genießen, dass sich beim Cruisen durch die Stadt mit dem Longboard fast von allein einstellt.
Titus Dittmann, Kultfigur der Boarderszene und einer der ersten, die das Skateboard in Deutschland unter die Leute brachten, zieht im Alter das Longboard dem Skateboard vor. Der „Vater der deutschen Skateboard-Szene“ hat heute fast 70 Jahre auf dem Buckel – und ein Longboard unter den Füßen. Er schätzt vor allem das Easy Going in der Großstadt und auf abschüssigen Landstraßen. Er geht damit zum Beispiel am Wochenende Brötchen holen. Durch die breitere Trittfläche und die oben beschriebenen Eigenschaften ist das Longboard viel einfacher für Anfänger und Ältere zu handeln als das Skateboard. Es passt außerdem gut zum aktuellen Retrotrend. Das Longboard zieht darüber hinaus auch viele Frauen an, die das gechillte Asphaltsurfen auf dem Longboard dem halsbrecherischen Skateboard vorziehen. Das soll aber nicht heißen, dass es keine Action auf dem Longboard gibt! Beim Downhillride in Großerlach, 40 km von Stuttgart entfernt, geht es zum Beispiel 600 Meter über den steilen Asphalt.

Longboarden für die Fitness

Je nachdem was Du mit Deinem Brett vorhast, solltest Du auf den sogenannten Flex Deines Boards achten. Mit dem Begriff Flex ist die Biegefähigkeit des Bretts gemeint. Härtere Boards eignen sich zum Beispiel besser für Highspeed-Fahrten, weichere für das gemütliche Cruisen. Auch Dein Gewicht ist für die Auswahl entscheidend, bist Du leichter, greifst Du zu mehr Flex, als schwererer Fahrer zu weniger. Für Einsteiger sind sogenannte Mini-Cruiser eine gute Wahl. In einem Workshop kannst Du in vielen Orten Deutschland die Basics – und vor allem das Bremsen und richtige Fallen – erlernen. Gelenkt wird in jedem Fall durch Gewichtsverlagerung, es kommt also auf Dein Körpergefühl an.
Am besten probierst Du einfach selbst mal aus, wie viel Spaß das XXL-Board bringt. Auch wenn Du es einfach nur als lässiges Fortbewegungsmittel in der Stadt einsetzt und gar nicht auf waghalsige Stunts stehst, lohnt sich das Board für Deine Fitness. Das entspannte Cruisen auf dem Brett verbrennt nämlich bis zu 350 Kalorien pro Stunde! Außerdem kommst Du fix von A nach B und hast so eine schöne Alternative zum Fahrrad. Durch das wiederholte Schwungholen mit dem Fuß bei längeren Fahrten ist Longboarden nämlich auch ein Ausdauersport. Zieht es Dich doch auf die Halfpipe, profitieren vor allem Deine Oberschenkelmuskulatur, Deine Koordination sowie Dein Gleichgewichtssinn von dem Training. Hochwertige Longboards gibt es ab circa 200 Euro.

Inline-Skates: Freizeitspaß mit hohem Fitnessfaktor

Auch wenn heute in Deutschland nicht mehr so viele Skates verkauft werden, wie beim großen Inline-Boom Mitte der 90er-Jahre, hält sich die Sportart. Kein Wunder, der Rollensport bietet schließlich viele Vorteile. Vor allem Läufer profitieren vom Inlineskating als Ausgleichs- und Alternativsport, denn ein abwechslungsreiches Training sorgt für mehr Erfolg. Unschlagbar ist das Skaten, wenn es darum geht, fit zu werden. Wenn Du durchschnittlich sportlich bist, kannst Du durch Inlineskaten innerhalb von nur vier Wochen richtig tolle Trainingserfolge erreichen. Außerdem schonen die harmonischen Bewegungsabläufe beim Skaten Deine Gelenke. Das sanfte Gleiten belastet Fuß- und Kniegelenke deutlich weniger als das Laufen. Ausdauer, Kraft und Koordination werden im gleichem Maße gefordert und gefördert. Inlineskaten ist daher auch perfekt für Übergewichtige geeignet. Zumal Untersuchungen zeigen, dass lockeres Inlineskaten in der Freizeit ein idealer Fettkiller ist. Man neigt weniger dazu, sich zu überfordern und in die Kohlehydratverbrennung zu geraten. Von daher kannst Du auch beim gemütlichen Skaten mit Freunden und Familie ein gutes Gefühl haben, etwas für Deine Gesundheit zu tun!

Damit es nicht zu Verletzungen kommt ist – wie beim Laufen – ein bewusstes Aufwärmen sowie Abwärmen Pflicht. Auch Dehnungs- und Stabilisierungsübungen sollten dazugehören. Als Anfänger solltest Du Dich zudem zunächst mit den Grundtechniken vertraut machen. Dazu gehört neben Bremsen und Kurvenfahren vor allem das sichere Rollen auf einem Skate. Wenn es Dir gelingt, das Körpergewicht ohne Kippeln auf einem Bein zu halten, wirst Du dynamisch und ökonomisch skaten. Beim Gleiten kommt es vor allem auf eine dynamische Grundhaltung an, das Gewicht liegt auf dem Gleitbein, die Arme schwingen mit.

Einradfahren: in Balance von klein auf

Das Einradfahren ist kein Breitensport, erfreut sich aber vor allem bei Kindern großer Beliebtheit. Zirkusartisten zeigen damit Kunststücke, die selbst Erwachsene faszinierend finden, aber Einradfahren ist viel breiter aufgestellt als der Zirkus allgemein vermittelt. Wie auch beim Boarden gibt es viele Fahrstile und Disziplinen und dementsprechend auch verschiedene Rad-Modelle wie das Renn-, Touring- oder Offroad-Einrad. Analog dazu existieren Wettkämpfe und Meisterschaften.

Auch wenn das Fahrradfahren deutlich einfacher ist, kannst Du das Fahren auf einem Rad mit etwas Übung gut erlernen. Der Schlüssel liegt zwar im Gleichgewicht, aber der große Trick ist eigentlich das Abspringen, sobald Du merkst, dass die Balance nicht mehr gegeben ist. So vermeidest Du Stürze und bleibst mit Spaß an der Sache. Dadurch, dass Du ständig gezwungen bist, durch Bewegung das Gleichgewicht zu halten, trainierst Du viele Muskelgruppen. Da dieser Rollensport schon sehr speziell ist, empfehlen wir, ihn in einem Kurs zu trainieren. Eine gute Anlaufstelle ist das Einrad Portal.

Hast Du Lust bekommen, die Rollen abzutrainieren und lieber unter die Füße zu packen? Fest steht: Beim Rollensport ist für jeden Fitnesstyp etwas dabei, vom Ausdauercruisen bis zum extrem sporteln. Aber denk dran: Ellbogen, Knieschoner und Helm nicht vergessen!

Pilates meets HIIT: wie Du mit PHIIT ins Schwitzen kommst

London is calling: In der britischen Metropole hat das erste PHIIT-Studio eröffnet. Warum auch Du Dir den Fitnesstrend PHIIT näher anschauen solltest, erfährst Du im heutigen Beitrag.

What the PHIIT?! – Begriffserklärung

PHIIT steht für Pilates High Intensity Interval Training. Es handelt sich also um ein Workout, das klassisches Pilates-Training mit dem High Intensity Interval Training, kurz HIIT, kombiniert. Durch die kurzen, aber sehr intensiven Intervalle, die durch Regenerationsphasen aufgelockert werden, soll die Fettverbrennung so richtig auf Hochtouren laufen. Beim PHIIT gehst Du also Dein Workout in der Regel für 60 Sekunden hochintensiv an und wechselst dann für 75 Sekunden in ein moderates Tempo. Besonders wichtig ist gerade beim intensiven Teil, dass Du die Übungen trotz erhöhter Geschwindigkeit immer sauber ausführst, andernfalls besteht Verletzungsgefahr!

Warum Pilates?

Die Vorteile des HIIT sind bekannt. Wieso aber hat man es ausgerechnet mit Pilates kombiniert? Ganz einfach: Weil Joseph Hubert Pilates sich in den 1930er Jahren da wirklich ein super Ganzkörperkonzept ausgedacht hat. Ja, so lange gibt es Pilates schon, auch wenn es zu Beginn noch den Namen Contrology trug. Spätestens ab Ende der 90er, Anfang der 2000er wurde Pilates zum Trendworkout und ist nach wie vor in Hollywood sehr beliebt. Stars wie Madonna, Sharon Stone, Megan Fox und Kate Hudson schwören seit Jahren auf die ausbalancierte Trainingsmethode. Weltweit soll es über 15 Millionen Pilates-Anhänger geben, die regelmäßig nach der Methode von Pilates trainieren.

Warum aber ist Pilates so populär? Zunächst einmal handelt es sich um ein ganzheitliches Körpertraining, bei dem in erster Linie die tiefer liegenden Muskeln angesprochen werden, die für eine gesunde und schöne Körperhaltung sorgen. Neben der Stärkung der Muskulatur werden auch eine Verbesserung der Kondition, die Anregung des Kreislaufs sowie eine erhöhte Körperwahrnehmung angestrebt. Auch die Bewegungskoordination sollst Du durch Pilates verbessern können. Ein klassisches Pilates-Workout ist eine Kombination aus Kraftübungen, Stretching-Elementen sowie bewusster Atmung. J. H. Pilates entwickelte außerdem den Begriff Powerhouse. Dieses zu trainieren stellt die Grundlage aller Übungen dar. Gemeint ist damit die Muskulatur in der Körpermitte rund um die Wirbelsäule.

Beim Pilates gelten außerdem folgende 6 Grundprinzipien:

  • Konzentration: Bring Körper und Geist in Harmonie durch mentale Kontrolle und Aufmerksamkeit.
  • Zentrierung: Stärke die Powerhouse-Muskulatur und beuge so beispielsweise Rückenschmerzen vor.
  • Kontrolle: Führe alle Übungen kontrolliert aus, um auch die kleinsten Muskeln zu trainieren.
  • Atmung: Atme bewusst, um Verspannungen abzubauen und die Körperkontrolle zu steigern.
  • Präzision: Achte auf eine präzise und saubere Ausführung der Übungen.
  • Fluss: Führe die Übungen in fließenden Bewegungen aus.

Zu den oben genannten Prinzipien kamen im Laufe der Zeit noch weitere hinzu, die wir hier aber nicht erwähnen, denn im Prinzip ist mit den 6 ersten das Wichtigste gesagt.

Für wen ist PHIIT geeignet?

Pilates an sich ist perfekt für Personen mit Gelenkproblemen sowie Rückenschmerzen, die aus einer schwachen Rumpfmuskulatur herrühren. Man wendet Pilates übrigens in eingeschränktem Maße auch in der Rehabilitationstherapie an. Das Workout strafft den Körper und trainiert ihn auf schonende Weise, sodass die Pilates-Methode für jedes Alter infrage kommt. Nun kommt noch der High-Intense-Faktor ins Spiel: HIIT kurbelt die Fettverbrennung an, jagt aber auch den Puls sehr schnell in die Höhe, Du trainierst nämlich am Limit. Deshalb sollten gerade Untrainierte hier langsam einsteigen. Da die Belastung so hoch ist, raten Experten auch, maximal zwei bis dreimal pro Woche etwa 15 bis 30 Minuten nach dem High-Intensity-Training-System zu trainieren.

Möchtest Du PHIIT ausprobieren, solltest Du zudem den für Dich passenden Kurs wählen. PHIIT London bietet beispielsweise 3 Varianten:

  • PHIIT Pilates
  • PHIIT Killer
  • PHIIT Hybrid

PHIIT Pilates trainierst Du auf einer sogenannten Reformer-Liege. Hier geht es in erster Linie darum, die Core-Muskulatur lang und geschmeidig zu machen für ein schlankes und definiertes Ergebnis. Bei PHIIT Killer handelt es sich um eine Mischung aus Fitness- und Cardio-Training, die Mittel der Wahl sind unter anderem Kettlebells und andere Gewichte. PHIIT Hybrid schließlich mischt Cardio-Einheiten mit Widerstandstraining und Pilates. Es ist daher ein besonders anspruchsvolles Ganzkörpertraining. Natürlich sind dies nur Beispiele, aber wie Du siehst gibt es auch innerhalb von PHIIT verschiedene Intensitätsgrade sowie Übungen für Einsteiger und Fortgeschrittene.

Fit mit PHIIT in Deutschland

PHIIT ist in Deutschland noch wenig bekannt, auch wenn man hierzulande immer offener wird, was das Kombinieren von verschiedenen Workouts beziehungsweise Konzepten angeht. Eine Mischung aus Pilates und Ballett ist mit dem Barre Concept bereits sehr erfolgreich. Immer mehr Pilatesstudios bieten Barre-Workouts an. PHIIT hingegen findet man bei einer Online-Recherche im deutschsprachigen Raum so gut wie gar nicht. Daher empfehlen wir, einfach einmal in Deinem Pilatesstudio vor Ort nachzufragen.

Gibt es so gar kein Angebot für PHIIT in Deiner Stadt, versuch es einmal online. Auf YouTube findest Du unter dem Stichwort PHIIT einiges an kostenlosem Videomaterial, zum Beispiel von FitnessBlender.

Zum Schluss noch ein Hinweis: Pilates ist kein geschützter Begriff, daher kann sich fast jeder Pilates-Trainer nennen, auch wenn er nur einen Wochenend-Crashkurs absolviert hat. Außerdem gibt es verschiedene Ausprägungen, die sich aus dem Grundkonzept entwickelt haben. Achte daher darauf, dass den oben im Artikel beschriebenen Grundprinzipien auch Rechnung getragen wird. Für Anfänger empfiehlt sich auf jeden Fall ein Training unter Aufsicht, damit Fehlhaltungen korrigiert werden können. Die freien Übungen auf der Matte sind beim Pilates eigentlich auch eher etwas für Fortgeschrittene. Hast Du schon ein wenig Vorerfahrung, dann kannst Du sicher aber auch prima mit virtueller Unterstützung trainieren. Übrigens kannst Du auch erst einmal beim Cardio Pilates ausprobieren, ob das Ganze Dir in etwa liegt, bevor Du mit einem Intervalltraining startest.

Auf die Plätze, PHIIT und los! Hast Du Lust bekommen, die Mischung aus HIIT und Pilates auszuprobieren? Wir freuen uns immer über Erfahrungsberichte!

Crunning: die Wunderwaffe aus Australien?!

Das große Krabbeln ist los – zumindest in Down Under, wo Crunning der Fitnesstrend schlechthin ist. Wir berichten, was hinter dem zugegeben etwas lustig aussehenden Sport steckt und was Du damit erreichen kannst.

Ursprünge und Vorteile des Crunning

Der Name dieser noch recht neuen Sportart setzt sich aus den englischen Wörtern Crawl und Running zusammen, vereint also Laufen und Krabbeln. Als Erfinder und auch Trendsetter des Crunnen gilt der Australier Shaun McCarthy. Er soll den Hype bei dem Versuch ausgelöst haben, eine noch effektivere Trainingsmöglichkeit als die morgendliche Joggingrunde zu finden. Statt zu hüpfen wie die landestypischen Säugetiere, krabbelte er also wie die Käfer. Was es ihm brachte? Rundum-Fitness! Dadurch, dass der ganze Körper involviert ist, kannst Du fast 600 Kalorien pro halbe Stunde verbrennen. Somit ist Crunning um einiges effektiver als Joggen. Klar, denn nicht nur Deine Beine, sondern auch Schultern und Arme werden in die Fortbewegung mit einbezogen und somit wird sie zum Full-Body-Training. Auch für den Muskelaufbau sieht es gut aus: Brustkorb, Delta-Muskeln, Trizeps, der obere Rückenbereich sowie Oberschenkel und Po werden bei Crunnern gleichzeitig gefordert. Um diese ganzen Muskelgruppen zu trainieren, wären im Fitnessstudio allerlei verschiedene Geräte nötig.
Übrigens beanspruchen neben US-Chiropraktiker Justin Klein auch die Chinesen die Erfindung dieses Trends für sich – nur dass es für sie eher so etwas wie ein alter Hut ist, denn angeblich gibt es diesen Sport dort schon seit mehr als 2000 Jahren. So sollen die Shaolin-Mönche das Erkrabbeln von Treppen bereits als Trainingsmethode eingesetzt haben. Den Weltrekord im Laufen auf allen Vieren auf 100 Metern hält allerdings der Japaner Kenichi Ito mit 15.71 Sekunden.

 

Er lief die Strecke im November 2015 und trainiert seine Disziplin bereits seit dem Anfang der 2000er-Jahre. Nichtsdestotrotz gründete Shaun McCarthy mit seinen Freunden den weltweit ersten Crunning-Verein in Melbourne. Seitdem crunnt die Gruppe dort als Ausgleich zum Büroalltag durch die Stadt und zieht dabei einige irritierte Blicke auf sich. Die Jungs nehmen es mit Humor und posten stolz Videos ihres Crunning Movements.

Wie Du Crunning richtig ausführst

Die Grundidee hinter Crunning ist, dass Arme und Hände die Vorwärtsbewegung aktiv mitbestimmen und nicht einfach nur mitgehen. Damit Dein Rücken keinen Schaden beim Crunnen nimmt, ist die korrekte Haltung sehr wichtig. Deine Beine sollten gut angewinkelt sein, Kopf und Po befinden sich auf etwa gleicher Höhe. Dein Gewicht muss zudem wirklich gut auf Arme und Beine verteilt sein. Niemals solltest Du mit gestreckten Beinen loskrabbeln. Bitte führe außerdem immer ein Warm-up durch, bevor Du Dich auf alle Viere begibst. Wie das Ganze in Slow Motion aussieht, kannst Du bei YouTube sehen und Dich für den Anfang daran orientieren. Das spätere Ziel beim Crunning ist es allerdings, so schnell wie möglich von A nach B zu kommen – also Speed-Krabbeln für Erwachsene!
Willst Du in diesen anspruchsvollen Sport einsteigen, solltest Du Dich langsam einstimmen und nicht zu schnell zu viel versuchen. Dein Körper braucht Zeit, um sich auf die ungewohnte Bewegung einzulassen und Du solltest Deine Muskulatur nicht gleich überlasten. Darum sind ausreichende Pausen auch hier sehr wichtig. Richtig gemacht reichen schon 15 Minuten tägliches Crunnen für einen Knackpo und straffere Oberschenkel aus. Na dann los!

Voraussetzung und Equipment für Crunning

Wie bereits erwähnt, ist die korrekte Haltung beziehungsweise Bewegungsausführung beim Crunnen extrem wichtig. Hältst Du Dich nicht daran, drohen Rückenschmerzen, Probleme mit den Bandscheiben und Stürze. Gerade Anfänger tendieren dazu, sich zu Überschlagen, wenn sie versuchen, schneller zu werden. Außerdem werden durch das permanente Hochhalten des Kopfs, um zu sehen, wo es langgeht, die oberen Halswirbel stark strapaziert. Hast Du Schmerzen, gönne Dir also eine Pause und mach’ Dich locker. Verspannungen helfen Dir nicht, fitter zu werden und können weitere Schmerzen nach sich ziehen.
Da Crunning ein Outdoor-Sport ist, sind Handschuhe angeraten, um die Handflächen und Finger zu schützen. Auch ein Helm ist zu empfehlen, denn wenn der Nacken schmerzt und Du den Kopf nicht rechtzeitig hebst, um ein Hindernis auszumachen, bist Du mit diesem Schutz eindeutig besser dran. Gerade Anfängern raten wir immer zu einem Helm, schon allein wegen der Überschlagsgefahr. Kleidungstechnisch setzt Du am besten auf ein eng anliegendes Oberteil, da es Dir sonst aufgrund der gebeugten Haltung schnell in die Quere kommt. Kurze Shorts oder anliegende Leggins beziehungsweise Trainingshosen vervollständigen das Outfit. Spezielle Schuhe benötigst Du nicht, Outdoor-Laufschuhe sind absolut ausreichend.
Last but not least soll Crunning auch einfach Spaß machen. Wenn Du Dich also nicht wohlfühlst, auf so auffällige Art und Weise durch die Stadt zu „marschieren“, dann probiere es vielleicht erst mal im eigenen Garten oder im Wohnzimmer. Eine schöne Alternative – vor allem für Anfänger – ist das Crunnen am Strand. Das kannst Du prima barfuß machen und wenn Du Dich doch einmal überschlägst, federt der Sand den Sturz ab. Auf Instagram und YouTube findest Du eine Reihe von Bildern und Videos, wenn Du nicht nur Crunning eingibst, sondern auch nach dem Schlagwort Animal Flow suchst. Das Fitnessprogramm sieht Crunnen als ein Element von vielen, an die Tierwelt angelehnten Bewegungsabläufen zur Verbesserung der Fitness.
Hast Du den Bogen erst mal raus und siehst die Vorteile von Crunning sichtbar an Deinem Body, übst Du Deinen Sport vielleicht auch in der Öffentlichkeit aus. In einigen deutschen Großstädten gibt es begeisterte Crunning-Anhänger, zum Beispiel in München. Allem zum Trotz bleibt Crunning ein sehr effektives Workout, mit dem Du in kürzester Zeit viele Kalorien verbrennen, Deine Ausdauer verbessern und Muskeln aufbauen kannst! Wer‘s akrobatischer, stylischer und statischer mag, für den gibt es Animal Flow beziehungsweise die deutsche Variante Animal Athletics von Fabian Allmacher. Dahinter steckt ein Bodyweight-Training, das an die natürliche Bewegungsintelligenz appelliert.

Wir geben zu, wir könnten uns stundenlang Crunning-Videos anschauen, denn es sieht einfach viel zu lustig aus. Vor allem der selbsternannte Crun-Master Shaun macht mit seiner sympathischen Begeisterung fürs Crunnen einfach Lust drauf, das hocheffiziente Krabbeln auszuprobieren – mit der richtigen Gruppe und einer gesunden Portion Selbstbewusstsein vielleicht sogar im Stadtpark!

Abwärts mit dem Fahrrad: die coolsten Downhill-Strecken in Deutschland

Downhill, das bedeutet Action und Adrenalin pur! Bei dieser Sportart geht es schließlich darum, Hügel, Rampen und Berge so rasant wie möglich herunter zu brettern – und das mit dem Mountainbike. Wie zeigen, was hinter dem Extremsport steckt, geben Trainingstipps und verraten, wo Du die beste Downhill-Action in Deutschland findest!

Was ist Downhill?

Springen, Schliddern, Stürzen, Rasen: Downhill ist nichts für Vorsichtige und hat erst mal wenig mit normalem Radfahren zu tun. Bergabfahrt, wie Downhill zu Deutsch heißt, ist eine Disziplin des Mountainbike-Sports, die es auf jeden Fall in sich hat. Zentrales Element ist dabei die Schwerkraft, weshalb Downhill ähnlich wie Enduro der Kategorie „Gravity“ zugeordnet wird. Aber wie sieht das genau aus? Nun, zunächst wird der Downhill-Biker mit einem Lift den Berg hinaufgezogen, dann lässt er sich wieder herunterrollen. Was sich vielleicht harmlos und null nach Sport anhört, ist in Wirklichkeit eine harte Belastungsprobe für Mensch und Material. Ziel beim Downhill ist schließlich schnellstmöglich die abschüssige Strecke herunterzukommen, je spektakulärer desto besser.
Damit das klappt, sind spezielle Downhill-Räder nötig – mit entsprechend langen Federwegen und hoher Stabilität. Außerdem sollten die Bremsen vernünftig sein, denn beim Downhill kannst Du auf mehr als 50 km/h kommen. Auch wenn die Schwerkraft hilft, so ist es trotzdem eine Herausforderung, nie den Speed zu verlieren, egal über welches Hindernis es geht. Auch Sprünge und Kurvenkombinationen gilt es zu meistern. Je nach Strecke wechseln sich steinige Gebirgspassagen mit Wald ab, es geht also im wahrsten Sinne über Stock und Stein. Ständige Konzentration ist gefragt, um auf die immer neuen, kaum vorhersehbaren Hindernisse, die die Natur Dir als Downhill-Biker liefert, in Sekundenbruchteilen zu reagieren. Ohne körperliche und mentale Fitness klappt das nicht. Deshalb trainierst Du als Downhill-Fahrer auch abseits der Strecke Ausdauer, Kraft und Technik und bist beim Biken maximal fokussiert. Viel Zeit, die oft schöne Aussicht zu genießen, bleibt nicht. Aber das ist es schließlich auch nicht, was Adrenalin-Junkies begeistert.

Workout-Tipps für Downhiller

Um die erforderliche körperliche Fitness für den Downhill-Sport aufzubauen, empfehlen wir Dir ein Ganzkörpertraining im Kraftausdauerbereich. Beim Downhill werden vor allem Deine Brust-, Schultern-, Arm- sowie Beinmuskulatur beansprucht. Damit Du zudem in der Lage bist, während der wilden Fahrt häufig auftretende Erschütterungen und Schläge auf die Wirbelsäule abzufangen, solltest Du Deine Stützmuskulatur trainieren, sprich: die Bauch- und Rückenmuskeln.
Auch ein Balance-Training ist eine gute Idee, denn bei langsameren, technischen Abschnitten ist es eine Herausforderung, das Bike und Dich im Gleichgewicht zu halten. Außerdem schützt Dich dieses Workout vor Gelenk- bzw. Bänderverletzungen, weil Du lernst, beispielsweise bei Kippbewegungen mit den richtigen Kontraktionsreflexen zu reagieren. Zusätzlich ist ein Grundlagenausdauertraining in Form von Laufen oder Radfahren sinnvoll.
Für die mentale Stärke empfehlen wir Dir, zum Beispiel Autogenes Training auszuprobieren. Entspannung ist wichtig, um die Konzentrationsfähigkeit hoch zu halten.

Die besten Downhill-Strecken in Deutschland

Jetzt möchten wir euch einige Downhill-Strecken und Bike-Parks vorstellen, damit es direkt mit der Action losgehen kann!
Der Bikepark Osternohe bei Nürnberg hat ganzjährig geöffnet, im Winter allerdings nur eingeschränkt und bei entsprechender Witterung. Von April bis Oktober gilt die Saisonkarte, die Du für 230 Euro erwerben kannst. Der Park bietet eine anspruchsvolle Downhill-Strecke mit vielen unterschiedlichen Sprüngen und etwa einem Kilometer Länge.

Die Downhill-Strecke in Olpe-Fahlenscheid ist etwas Besonderes, da hier seit 2014 die Auftaktveranstaltung zum Super Gravity NRW Cup ausgetragen wird. Die Strecke ist mit 800 Metern verhältnismäßig kurz, was noch mehr Konzentration von den Fahrern verlangt, denn jeder Fehler kostet wertvolle Sekunden. Herdorf, Wuppertal, Pracht sowie Schmallenberg sind die weiteren Stationen des Wettbewerbs, der sowohl für Hobbyfahrer als auch Profis konzipiert ist.

Im Warsteiner Bikepark wird jedes Jahr der beste NRW-Fahrer gesucht. Teilnehmer des Gravity Cups können sich vorab dafür qualifizieren. Die Strecke ist technisch anspruchsvoll mit engen Steilkurven, Wurzel- und Steinpassagen sowie Sprüngen.

Der Bikepark Oberammergau in Oberbayern punktet mit einer Vielfalt von Trails für jeden Geschmack, für Anfänger bis Fortgeschrittene. Auch eine Bikeschule ist vor Ort. Das Coole: Der Park und die Streckennutzung sind kostenlos. Du bezahlst nur für den Lift. Ein Tagesticket für Erwachsene kostet 24 Euro.
Im Bikepark Hindelang im Allgäu erwarten Dich mehrere Freeride- und Downhill-Strecken mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Mit der Gondel geht es zur Bergstation, von dort wählst Du entweder den Black course, einen 3,4 Kilometer langen Trail, oder den Yellow Course, der Dich auf 3,3 Kilometern über einen Schotter- und Karrenweg führt. Dabei erfährst Du einen Höhenunterschied von über 500 Metern.

Der Bikepark Geisskopf im Bayerischen Wald hat neben vielen verschiedenen Trails auch eine Downhill-Strecke der Extraklasse im Repertoire. Auf fast 2 Kilometern begeistern vor allem die vielen unterschiedlichen Sprung- und Linienkombinationen Fans des Downhill-Sports. Auch ein Steinfeld und ein verblockter, steiler Teil gehören dazu. Gerade der untere Teil ist nichts für komplette Neulinge, wer aber schon ein bisschen Erfahrung hat, wird hier viel Spaß haben.

Auch das Sauerland hat mit dem Bikepark Winterberg Downhill-Fun zu bieten. Technische Herausforderungen wie Wurzelpassagen, Steinfelder und Gaps warten auf Dich auf diesem naturbelassenen, aber trotzdem mit vielen Extras ausgestatteten Trail.

Niedersachsen bietet im Solling Funpark Merxhausen gleich mehrere Downhill-Strecken mit Längen zwischen 700 und 1200 Metern. Der Park hat außerdem regelmäßig außergewöhnliche Events wie Feuerspringen im Programm.

Im Schwarzwald wartet der Bikepark Bad Wildbad (Sommerberg) auf mutige Mountainbiker. Neben einer Downhill-Strecke für Einsteiger wartet mit dem Giant Downhill Trail eine der anspruchsvollsten Strecken Deutschlands auf Dich. Sie war mehrmals Austragungsort der Deutschen Meisterschaften. Eine Tageskarte im Wintertarif kostet 20 Euro.

Der Racepark Schulenberg im Harz hat grundsätzlich immer offen, solange der Schnee nicht zu hoch zum Biken wird. Wenn Du das nötige Kleingeld hast, kannst Du sogar den gesamten Park anmieten. Die Downhill-Strecke führt fast komplett durch den Wald und ist etwa 1,1 Kilometer lang.

Im Thüringer Bikepark am Silbersattel kannst Du Dich auf drei Downhill-Trails austoben. Du befindest Dich außerdem direkt in einem Skigebiet.

Rauf auf’s Rad und den Berg runter: Downhill ist ein anspruchsvoller Sport, der Kraft, Ausdauer und Konzentration erfordert. Mit dem richtigen Workout wirst Du fit für die von uns ausgesuchten Abfahrten. Welche ist Deine liebste Downhill-Strecke in Deutschland?